Retrospektive: Bo Widerberg

Das Filmkollektiv Frankfurt lädt ab 15.6. zur Wiederentdeckung des großen schwedischen Filmemachers Bo Widerberg ein.

Bo Widerberg (1930-1997) hinterließ ein eher schmales filmisches Werk, das dank seiner Qualität gleichwohl zu den Sternstunden des skandinavischen Autorenkinos gehört. Der in Malmö geborene Regisseur war vor allem in den 1970er-Jahren eine feste Größe im europäischen Filmschaffen. Sein Debüt inszenierte er 1961 mit dem Kurzfilm „Pojen Och Draken“ (in Co-Regie mit Jan Troell). International erregte er 1967 Aufmerksamkeit mit „Elvira Madigan“, einer faszinierend fotografierten Liebesballade aus dem Schweden des 19. Jahrhunderts. Widerbergs wichtigste Filme „Adalen 31“ (1969) und „Joe Hill“ (1971) waren Parteinahmen für die Rechtlosen und Unterdrückten an Beispielen der US-amerikanischen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung in den 1910er- bzw. 1930er-Jahren. Nach der Sjöwall/Wahlöö-Adaption „Der Mann auf dem Dach“ (1975) inszenierte er nur noch wenige Filme: 1979 entstand „Victoria“ nach einem Knut-Hamsun-Roman, 1984 der fast dokumentarisch erzählte Krimi „Der Mann aus Mallorca“ (1984), 1986 dann „Der Weg der Schlange auf dem Fels“, eine pessimistisch-düstere Erzählung über die Ausbeutung rechtloser Bauern im Schweden des 19. Jahrhunderts. Seine letzte Regiearbeit stellte Bo Widerberg dann 1996 auf der „Berlinale“ vor: „Schön ist die Jugendzeit“ ist eine intensive psychologische Studie über Beginn und Zerfall der Leidenschaft, eine weiterer eindrucksvoller Beleg für Widerbergs Meisterschaft. Das Frankfurter Filmkollektiv huldigt ihm in einer Werkschau, die alle seiner Kinofilme umfasst. Zu sehen sind sie im Kino des Deutschen Filmmuseums zwischen dem 15. und dem 18. Juni. Mehr Infos finden sich auf der Webseite des Deutschen Filmmuseums.

(Foto: ©Swedish Film Institute)

 

Zurück zur Übersicht