Night Fare - Bezahl mit deinem Leben

Jörg Gerle, FILM-DIENST 1/2017


Alkohol, alte Freunde, Paris bei Nacht: nach einer so tollen Geburtstagsfeier kann man schon übermütig werden und auf die kindische Idee kommen, das Taxi ganz schnell zu verlassen, ohne dem Fahrer sein Geld zu geben. In der Regel gelingt so ein Spaß und man wacht am nächsten Morgen vielleicht mit einem schlechten Gewissen auf. Nicht so bei Luc und seinem Londoner Kumpel Chris. Denn die Nacht, in die die beiden Freunde flüchten, nimmt einen albtraumhaften Verlauf, als sich der Taxifahrer partout nicht abschütteln lassen will und bei der Verfolgung eine tiefrote Spur des Horrors hinterlässt. So übersichtlich die Geschichte, so kreativ und originell die Umsetzung. Mit geringem Budget entstand ein gradliniger, gut aussehender Action-Horror mit einer ikonischen Figur, die an die frühen Arbeiten von Spielberg (»Duell«) bis Carpenter (»Halloween«) erinnert. Eine spannende, mitunter recht drastische Verfolgungsgeisterbahn durch die nächtlichen Straßen und Plätze abseits vom Eiffelturm. Und die originell in Linoleumdruck-Optik gestaltete Animationssequenz gibt dem Bösen in Form des rächenden Taxifahrers zudem noch die mythische Überhöhung. Bestes französisches Genrekino.