Gewinnspiel

Seit dem Durchbruch des Tonfilms wird auf der Leinwand gesprochen, zahlreiche prägnante Dialogwechsel und One-Liner haben es sogar bis in die Alltagssprache geschafft. Die Vorteile der Sprache haben Regisseure jedoch nie davon abgehalten, mit filmischen Ideen zu experimentieren, die allein auf die Kraft der Bilder setzen und Dialoge ausklammern.

Einige wenige Filme bleiben sogar ohne jeden gesprochenen Satz, wie es im März bei einem französisch-belgisch-japanischen Animationsfilm-Juwel zu erleben ist: In sprechenden Bildern, aber ohne jeden Dialog erzählt „Die rote Schildkröte“ (Kinostart: 16.3., Verleih/Foto: Universum) die Geschichte eines auf einer Insel strandenden Mannes, der von dem titelgebenden Tier daran gehindert wird, wieder fortzugehen, und sich deshalb dauerhaft auf dem Eiland niederlassen muss. Passend zum Start von „Die rote Schildkröte“ drehen sich auch unsere Gewinnspielfragen im März um Filme ohne Dialog.


Die Gewinne im Überblick

  • Alles was kommt (DVD/Blu-ray) ,

    mit großer Leichtigkeit, zugleich mit viel Gelassenheit und Klarheit erzähltes Porträt einer nicht mehr jungen bürgerlich-intellektuellen Frau (Isabelle Huppert), die ihr Leben als erfüllte, sich stets in Bewegung befindende Gegenwart versteht und es dementsprechend gestaltet (R: Mia Hansen-Løve, mit André Marcon, Roman Kolinka, Edith Scob).

  • Ich, Daniel Blake (DVD/Blu-ray) ,

    Sozialdrama um einen Zimmermann, der kurz vor dem Rentenalter einen leichten Herzinfarkt erleidet und erniedrigende Erfahrungen mit der Bürokratie macht. Trotz komödiantischer Töne liegt die Stärke der Inszenierung im politischen Zorn, mit dem Regisseur Ken Loach gegen die Herzlosigkeit der verwalteten Welt aufbegehrt (mit Dave Johns, Hayley Squires, Micky McGregor, Dylan McKiernan).

  • Marketa Lazarová (DVD/Blu-ray) ,

    komplex verästelte Mittelalter-Legende, die die Empfindungen der Figuren in metaphorische Bilder und assoziative Montagen übersetzt. Das monumentale Epos, das in seiner Symbiose aus Naturalismus und Überhöhung, Wildheit und Poesie, Grausamkeit und Zärtlichkeit an Andrej Tarkowskis „Andrej Rubljow“ erinnert, gehört zu den besten tschechischen Filmen überhaupt (R: Frantisek Vlácil, mit Josef Kemr, Magda Vásáryová, Nada Hejná, Jaroslav Moucka).

  • Nebel im August (DVD/Blu-ray) ,

    eindrucksvolles Drama über das Schicksal des als schwer erziehbar geltenden Jungen Ernst Lossa (Ivo Pietzcker) aus einer jenischen Familie, der während des Nationalsozialismus in einer Pflege- und Heilanstalt landet und dort von der Euthanasie-Politik der Nazis bedroht wird. Eindringlich vermittelt der Film, was passiert, wenn sich das Leben nach Kriterien der Nützlichkeit für eine Gesellschaft bestimmt (R: Kai Wessel, mit Sebastian Koch, Thomas Schubert, Fritzi Haberlandt, Henriette Confurius).

  • Seefeuer (DVD/Blu-ray) ,

    Ein ruhig erzählter Dokumentarfilm als mutiger Beitrag zum europäischen Umgang mit der Flüchtlingskrise, der facettenreich den Mikrokosmos auf der Mittelmeerinsel Lampedusa beleuchtet, in dem existenzielle Not und bürgerliche Normalität hautnah nebeneinander liegen. Mit ausgesuchten Einstellungen und sinnträchtigen Verdichtungen konfrontiert der Film mit einer humanitären Katastrophe, vor der man nicht schließen kann (R: Gianfranco Rosi).

  • Die Tänzerin (DVD/Blu-ray) ,

    hervorragend inszenierte und gespielte Filmbiografie der Amerikanerin Loïe Fuller (Soko), die Ende des 19. Jahrhunderts den Serpentinentanz erfindet und in Frankreich zum Star der Belle Époque aufsteigt, bis die erschöpfende Ausbeutung ihres Körpers Tribut fordert. Ein einfühlsames Porträt, das die bahnbrechenden Choreografien visuell virtuos in die heutige Zeit überführt (R: Stéphanie Di Giusto, mit Gaspard Ulliel, Lily-Rose Depp, Mélanie Thierry, François Damiens).


  • DVD
  • Blu-Ray

Teilnahmeschluss ist der 31. März 2017



Die richtigen Antworten vom Februar:

  • Ernst Lubitsch
  • Der letzte Mann
  • Julie Andrews
  • Cesar Romero
  • Die Monster AG


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