Die Sonneninsel

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Thomas Elsaesser ist vielen Cineasten ein Begriff als Filmwissenschaftler und Autor zahlreicher Filmbücher und -aufsätze. Die Motivation, selbst einen Film zu machen, liefert dem 1943 in Berlin geborenen Professor die eigene Familiengeschichte: In „Die Sonneninsel“ geht es um Martin Elsaesser, den Großvater von Thomas Elsaesser, der als Stadtbaudirektor 1925 bis 1935 das Stadtbild von Frankfurt am Main mitprägte. Wichtig in Elsaessers Film ist eine auch künstlerisch höchst interessante Dreiecksbeziehung: Martin Elsaessers Frau Liesel liebte Leberecht Migge, der wie ihr Ehemann Architekt war.

Mit Hilfe privater Filmaufnahmen und Dokumenten aus dem Familienarchiv zeichnet Thomas Elsaesser in seinem Essayfilm die Geschichte seiner Großeltern und Migges nach und verknüpft deren private Liaison mit der Gegenüberstellung zweier konträrer Auffassungen von Architektur: das dem kapitalistischen Wachstumsdenken verpflichtete Konzept Martin Elsaessers und das Lebrecht Migges, der als Garten- und Landschaftsarchitekt die Ideen der „grünen“ Bewegung vorwegnahm und alternative Lebensräume schaffen wollte.

Fotos: ZDF/Hans-Peter Elsaesser

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