Das Programm fürs Filmfestival in Cannes 2018

Diskussion

Neben Asghar Farhadis Eröffnungsfilm „Everybody Knows“ werden sich 2018 beim Filmfestival in Cannes wieder eine Reihe hochkarätiger RegisseurInnen die Ehre geben – allerdings keine aus Deutschland. Mit Altmeister Jean-Luc Godard, dessen Film „Le livre d’image“ im Wettbewerb läuft, sowie Stéphane Brizé („At War“), Christophe Honoré („Sorry Angel“) und Eva Husson („Girls of the Sun“) ist vor allem das Gastgeberland Frankreich gut vertreten. Freuen können sich die Besucher auch auf mehrere fernöstliche Beiträge: im Wettbewerb laufen neue Filme von Hirokazu Kore-eda („Shoplifters“), Jia Zhang-ke („Ash Is Purest White“), Ryusuke Hamaguchi („Asako I & II“) und Lee Chang-Dong („Burning“). Zusätzlich dazu bieten auch die „Special Screenings“ eine interessante Plattform fürs asiatische Kino: mit einem Kompilationsfilm über „10 Years in Thailand“, an dem u.a. Apichatpong Weerasethakul beteiligt ist, und einer neuen Arbeit des Chinesen Wang Bing („Dead Souls“).

Neben Farhadis Eröffnungsfilm ist mit Jafar Panahis „Three Faces“ auch noch ein zweiter iranischer Film im Wettbewerb. Es bleibt abzuwarten, ob der in seiner Heimat politisch unliebsame Panahi anlässlich der Premiere die Möglichkeit bekommen wird, aus dem Iran auszureisen und über den roten Teppich an der Croisette zu flanieren. Ähnliches gilt für den Russen Kirill Serebrennikov, der seinen Film „Leto“ immerhin offensichtlich trotz der Verhaftung und des Hausarrests in seiner Heimat Russland fertigstellen konnte und damit am Wettbewerb in Cannes teilnimmt.

Unter den insgesamt 18 Konkurrenten um die „Goldene Palme“ sind leider nur drei Regisseurinnen, neben Eva Husson die Libanesin Nadine Labaki („Capernaum“) und die Italienerin Alice Rohrwacher („Lazzaro Felice“) – eine ziemlich deprimierende Quote. Schön ist dagegen, dass zwischen all den arrivierten Filmemachern wie Spike Lee („Blackklansman“), David Robert Mitchell („Under the Silver Lake“), Matteo Garrone („Dogman“) und Pawel Pawlikowski („Cold War“) auch ein Langfilmdebüt im Wettbewerb für Frischblutzufuhr sorgen wird: „Yomeddine“ ist der erste Spielfilm des ägyptischen Filmemachers A.B. Shawky.

Und die deutschen Beiträge? Cannes-Veteran Wim Wenders hat für seinen Dokumentarfilm „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ immerhin einen Platz in den „Special Screenings“ bekommen. Und in der „Certain regard“-Sektion gibt es ein neues Werk von Ulrich Köhler. Auf einen neuen Film von Sebastian Schipper, auf den viele als deutsche Cannes-Hoffnung spekuliert hatten, muss man dann wohl noch etwas warten – vielleicht ja bis zur „Mostra“ in Venedig.

Das gesamte offizielle Programm beim Festival in Cannes findet sich hier.

Bild: Design: Flore Maquin; Foto: Pierrot le Fou © Georges Pierre

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