André Bazin und der Zauber des Kinos

Mittwoch, 18.04.2018

Eine Würdigung des französischen Filmtheoretikers anlässlich seines 100. Geburtstags am 18. April 2018

Diskussion

Er war Frankreichs „Kritiker-Papst“ im Jahrzehnt nach 1945. Er gilt als „Erfinder der Autorentheorie“ und als geistiger Vater der „Nouvelle Vague“. Er widmete den prägenden Gestalten des Autorenkinos, Jean Renoir, Orsen Welles, Luis Buñuel, Robert Bresson, Jacques Tati, Roberto Rossellini und anderen, seine eindringlichsten, bis heute in ihrem luziden Zauber unerreichten Essays. „Bazin war die Intelligenz selbst“, rühmte François Truffaut, „er war ein katholischer Linksintellektueller, er liebte das Kino, aber noch mehr liebte er das Leben, die Menschen, die Tiere, die Wissenschaften, die Künste.“

Eigentlich wollte er Lehrer werden. André Bazin (1918-1958) wuchs in La Rochelle auf. Er war ein eifriger, naturkundlich interessierter Schüler, der den Weg zur höheren Lehrerausbildung an der „École Nationale Supérieure“ von Saint Cloud absolvierte. Da er stotterte, wurde er bei der Abschlussprüfung jedoch abgewiesen. Ein Schock, aus dem er sich mit seiner Hinwendung zum Kino befreite. Er verfasste erste Kritiken für Studentenzeitungen und war nach 1945 von allen französischen Filmkritikern der Fiebrigste, Umtriebigste; er gründete Filmclubs und wurde 1948 Leiter der Filmabteilung bei der volkshochschulähnlichen Organis

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