Die Unsichtbare

26.5., 23.30-01.15, 3sat

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1895 schuf der britische Schriftsteller George du Maurier für seinem Roman „Trilby“ die Figur Svengali, der einer jungen Sängerin mittels Hypnose zum Erfolg verhilft, sie aber auch zum willenlosen Werkzeug macht. Das Motiv des diabolischen Manipulators hat das Kino in zahlreichen Verfilmungen des Romans und in nahen Varianten gereizt. Auch Christian Schwochows „Die Unsichtbare“ lässt sich davon ableiten: Hier tritt Svengali in Gestalt des rücksichtslosen Theaterregisseurs Kaspar Friedmann (Ulrich Noethen) auf, sein Opfer/Protegé ist die unsichere Schauspielschülerin Josephine Lorentz (Stine Fischer Christensen). Diese fällt bei den Proben und Übungen an der Schauspielschule durch Bühnenangst und steife Darbietungen auf, doch Friedmann will sie dennoch für die Hauptrolle in seiner neuen Inszenierung haben: Josephine soll einen Vamp verkörpern, was ihrer wahren Person denkbar unähnlich ist. Der Regisseur fordert daher, dass sie völlig mit ihrer Bühnen-Persona verschmelzen soll, was für die junge Frau zur psychischen Tour de Force wird, die auch ihr Privatleben verändert. Das Drama im Theatermilieu lebt von einem eindrucksvollen Ensemble, vor allem der hervorragenden Hauptdarstellerin sowie einer stimmigen atmosphärischen Bildsprache. – Ab 16.

Foto: ZDF/SWR/teamWorX/UFA FICTION/Jakob Reinhardt

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