Johnny Guitar – Gejagt, gehasst, gefürchtet

27.5., 20.15-22.00, arte

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Der Titel des Films rekurriert zwar auf die von Sterling Hayden gespielte männliche Hauptfigur – einen Revolverhelden mit ebenso viel Fingerfertigkeit an den Schießeisen wie an der Gitarre –, seinen Ausnahmestatus haben Nicholas Rays Western „Johnny Guitar“ jedoch die weiblichen Charaktere eingetragen. Auf der einen Seite Joan Crawford als aggressive Vienna, die sich mit ihrem Spielcasino mitten in Arizona ein Einkommen gesichert hat, auf der anderen Mercedes McCambridge als informelle Anführerin von Ranchern, die Vienna davonjagen möchten. Beide haben männliche Hilfskräfte, doch sind es die von den hasserfüllten Frauen provozierten Gewaltausbrüche bis hin zum Shoot-Out, die dem Film seine ungewöhnliche Dynamik verleihen.

Auf der Folie eines routiniert entwickelten und hervorragend gespielten Genrefilms verdichtet Nicholas Ray die Ereignisse zu einem packenden menschlichen Drama, was seinerzeit auf Unverständnis bei konservativen Western-Aficionados stieß, dem Film aber damals und später auch begeisterte Anhänger (Scorsese, Truffaut, Almodóvar) einbrachte. Die künstlich wirkenden Pastellfarben des „TruColor“-Verfahrens erhalten symbolhafte Signalwirkung und werden zum subtilen Spiegel der inneren und äußeren Bewegtheiten. – Sehenswert ab 16.

Foto: Paramount

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