Big Little Lies

Ab 30.5., 20.15-23.20, VOX (ERSTAUSSTRAHLUNG)

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Nicht nur wegen ihres herausragenden weiblichen All-Star-Casts (Nicole Kidman, Reese Witherspoon, Laura Dern, Shailene Woodley) sorgte die 2017 ausgestrahlte HBO-Miniserie für Furore und heimste u.a. bei den „Golden Globes“ und den „Emmys“ eine wahre Flut von Preisen ein: Serienschöpfer David E. Kelley und Regisseur Jean-Marc Vallée gelingt eine meisterliche, dramaturgisch ungemein geschickt aufgerollte Mischung aus Thriller und Melodram. Eine Rahmenhandlung deutet an, dass im schicken kalifornischen Monterey etwas Grässliches vorgefallen ist: Offensichtlich ist bei einer Spendengala der örtlichen Grundschule jemand auf unnatürliche Weise zu Tode gekommen; die Polizei vernimmt die Zeugen – und wird dabei eingeweiht in das offensichtlich alles andere als harmonische Beziehungsgeflecht der sonnigen Küsten-Gemeinde, wo so manche und mancher mit anderen ein Hühnchen zu rupfen hat und sich die metaphorischen Leichen im Keller schon lange vor dem Mord stapeln.

Die Serie taucht in langen Rückblenden in dieses ebenso diffizile wie faszinierende Beziehungsgeflecht ein. Sie folgt dabei der jungen alleinerziehenden Mutter Jane Chapman (Woodley), die mit ihrem Sohn Ziggy nach offensichtlich schlimmen Erlebnissen in Monterey neu anfangen will. Bei den Ladys des Ortes wird sie freundlich empfangen und findet in der Hausfrau Madeline (Witherspoon), einem der weiblichen Alphatiere des Ortes, sofort eine Unterstützerin und Freundin. Sie macht sich aber auch alsbald eine Feindin, als die kleine Tochter von Karrierefrau Renata (Dern) behauptet, Ziggy habe sie misshandelt, und Jane sich schützend vor ihren Sohn stellt. Und da ist noch die strahlend schöne Celeste Wright (Kidman), die zu Madelines Freundeskreis gehört und wie diese auf den ersten Blick als Mutter einer wohlhabenden Bilderbuch-Familie alles zu haben scheint, was Jane sich wünscht. Doch nicht nur bei ihr ist nicht alles so, wie es scheint. Und Gründe, jemand anderem den Tod zu wünschen, haben alle der Damen.

Zunächst mag es den Anschein haben, als würde „Big Little Lies“ mit seinen gut situierten „Desperate Housewives“ auf ein etwas klischeehaftes „Bitch Fight“-Szenario hinauslaufen, wenn sich die Auseinandersetzung zwischen Renata und Jane zwischenzeitlich zum Kleinkrieg zwischen den Parteigängerinnen der jeweiligen Frauen zuspitzt; doch ist dies nur eine Facette in einem immer vielschichtiger werdenden Szenario weiblicher (Beziehungs-)Dramen, die von einer nicht bewältigten Trennung bis zum Thema häusliche Gewalt reichen. Dabei bietet die Serie ihren prominenten Darstellerinnen (und auch den sie flankierenden Männern) jede Menge Spielraum zum Brillieren. – Sehenswert ab 14.


30.5., 20.15-23.20: Teil 1-3

6.6., 20.15-22.15: Teil 4-5

13.6., 20.15-22.15: Teil 6-7


Foto: MG RTL D/NBC Universal/Blossom Films

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