Hilmar Hoffmann (25.8.1925-1.6.2018)

Samstag, 02.06.2018

Eine Würdigung des bedeutenden Kulturvermittlers

Diskussion

Der Frankfurter Kulturpolitiker Hilmar Hoffmann ist tot. Er verstarb 92-jährig am Freitag, 1. Juni 2018, in Frankfurt. Die Bedeutung des am 25. August 1925 in Bremen geborenen Hoffmann für die Wahrnehmung und Wertschätzung von Kultur in Deutschland im Allgemeinen und von Filmkultur im Besonderen kann gar nicht hoch genug geschätzt werden. Sein Motto „Kultur für alle“ war zugleich sein Programm, das er politisch umsetzte, zuerst in Oberhausen, später dann 20 Jahre lang in Frankfurt. In einer freien Gesellschaft, so Hoffmann, müssen alle Menschen Zugang zu Bildung und Kultur erhalten, nicht nur ausgewählte Eliten. Nachfolgend eine Würdigung von Olaf Brill, die anlässlich von Hoffmanns 90. Geburtstag in der Printausgabe des FILMDIENST 17/2015 erschienen ist.


Hilmar Hoffmann war eine imposante Gestalt, 1,90 Meter groß, mit weißem Haarschopf, buschigen Augenbrauen und festem Blick. Auf Abbildungen hat er oft die Mundwinkel entschlossen nach unten gezogen. Jemand, der es gewohnt ist, zu zeigen, wo es langgeht. So einer kann Dinge bewegen. Hilmar Hoffmann hat die Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland geprägt: zuerst als Volkshochschuldirektor, dann als Kulturdezernent der Städte Oberhausen und Frankfurt, als Autor, Dozent und langjähriger Präsident des Goethe-Instituts. Film und Filmgeschichte nahmen in seiner Arbeit von Anfang an eine zentrale Rolle ein. Was auch mit seiner Lebensgeschichte zu tun hat.

Aus der Kriegsgefangenschaft, zuerst in den USA, dann in Schottland, kam Hilmar Hoffmann Ende der 1940er-Jahre zurück in die in Trümmern liegende Industrie- und Bergarbeiterstadt Oberhausen, wo seine Mutter lebte. Er interessierte sich für Literatur und Theater, hatte Goethe, Schiller, Mann, Hölderlin und amerikanische Autoren gelesen und begann, als Dolmetscher für die Britische Rheinarmee zu arbeiten. Sein Colonel ernannte ihn bald zum Leiter des neu gegründeten British Information Centre „Die Brücke“, das den Deutschen jene Kultur nahebringen sollte, die ihnen von den Nationalsozialisten systematisch vorenthalten worden war. Da war Hoffmann gerade knapp über 20 Jahre alt. Und er merkte, dass er Gefallen fand an seinem neuen Job. <

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