Paul Schrader beim "Bildrausch"-Festival in Basel

Der amerikanische Drehbuchautor und Regisseur wurde beim 8. "Bildrausch"-Filmfestival in Basel mit einem Ehrenpreis für visionäres Filmschaffen geehrt.

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"Wir verneigen uns vor Ihnen in tiefer Dankbarkeit. Sie sind ein einzigartiges Vorbild an gelebter Intellektualität, Leidenschaft und an künstlerischer Integrität des Filmemachens." Mit diesen Worten feierte Laudator Dominik Graf den US-Regisseur Paul Schrader, der beim "Bildrausch"-Filmfestival (30.5-3.6.) mit einem Ehrenpreis für visionäres Filmschaffen ausgezeichnet wurde.

Die zum ersten Mal vergebene Ehrung würdigt den 1946 geborenen Drehbuchautor und Regisseur, der unter anderem mit seinem Skript für "Taxi Driver” Kinogeschichte schrieb, "als Zeichen der Hochachtung, des Respekts und der Dankbarkeit unseres Festivals für seine immerwährende Herausforderung des Kinos", wie es die Festivalleiter Nicole Reinhard und Beat Schneider formulierten.

Graf charakterisierte Schraders Oeuvre, das neben vielen Drehbüchern, unter anderem für Martin Scorsese ("Die letzte Versuchung Christi", "Bringing Out the Dead") auch eigene Regiearbeiten wie "Ein Mann für gewisse Stunden", "Auto Focus" oder "The Walker" umfasst, als magischen "Erzählteppich", dessen Muster noch der Entschlüsselung harren: "Im Dunkel des Kinos (...) fordern Sie uns heraus, zeigen uns mythische Abgründe und Konflikte, erzählen komplexeste, einander widerstrebende Emotionen über verlorene, schlingernde, im Auto-Focus versinkende, ankerlose Hauptfiguren, die Sie zwischen Entscheidungen stellen wie zwischen mahlende Mühlsteine. Ihre Figuren, das sind wir, jeder einzelne, im Tumult dieser Zeit. Einer Zeit, die sich aufführt, als wäre sie eine neue dunkle Welt-Ära nach einem Gottes-Mord."

Die Ehrung von Paul Schrader war nur einer der Höhepunkte des Baseler Filmfestivals. Der Wettbewerb "Cutting Edge" versammelte 13 formal wie inhaltlich so ungewöhnliche Werke, dass sich die Jury nicht für einen einzigen Sieger entscheiden konnte, sondern ex aequo zwei Werke hervorhob: das politische Musical "Season of the Devil" des philippinischen Regisseurs Lav Diaz und den jüngsten Film der argentinischen Regisseurin Lucrecia Martel mit dem Titel "Zama". In der Begründung betonte die Jury, dass beide Werke "auf großartige Weise das Kino und seine Möglichkeiten – und dadurch das Leben als solches – verteidigen und voranbringen".

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