"Zombies haben immer Konjunktur"

Montag, 18.06.2018

Olivia Viewegs Comic „Endzeit“ und seine Verfilmung

Diskussion

Der Zombie-Comic „Endzeit“ von Olivia Vieweg ist gerade in Thüringen von einer weiblichen Crew verfilmt worden. Anfang Juni stellte die Zeichnerin ihr Werk auf dem Comic-Salon Erlangen vor. Gelegenheit für eine Annäherung.


Dass es Genrestoffe in der deutschen Filmlandschaft nicht leicht haben, ist leider eine Wahrheit. Die Gründe dafür wurden schon auf vielen Tagungen und Symposien untersucht. Auch Comics haben es in Deutschland nicht leicht. Neidisch blickt die hiesige Branche auf Frankreich, in die USA oder nach Japan, wo das grafische Erzählen einen ganz anderen Stellenwert besitzt. Zwar treibt die zeichnerische Kreativität auch in deutschen Landen immer größere Blüten, und hat der Comic längst auch die Ausbildungsstätten angehender Künstler, Illustratoren und Grafiker erobert, doch die Verkaufszahlen einschlägiger Veröffentlichungen sind gering.

Dementsprechend gibt es auch wenige Verfilmungen von deutschen Comics. Zwar wurden „Der bewegte Mann“, „Das Kondom des Grauens“ und „Lysistrata“ von Ralf König, die Werke von Rötger Feldmann alias Brösel mit seinen „Werner“-Comics und Walter Moers’ „Das kleine Arschloch“ verfilmt, doch das war in den 1990er-Jahren. Überdies ließen sich alle diese filmischen Aneignungen dem komischen Fach zuordnen. Klassische Genre-Adaptionen: Fehlanzeige.




In diese Lücke ist jetzt aber die Comic-Zeichnerin Olivia Vieweg mit ihrem Zombie-Comic „Endzeit“ gestoßen. Sie erzählt die Geschichte der Twens Vivi und Eva, die sich zwei Jahre, nachdem die Erde von Zombies überrannt wurde, zwischen Weimar und Jena, den letzten Enklaven der Zivilisation, in einem auf freiem Feld steckengebliebenen Zug begegnen.

Beim gemeinsamen Kampf gegen die Untoten und gegen geheimnisvolle florale Mutationen kommen auch die Schrecken ihrer jeweiligen Vergangenheit wieder zum Vorschein. 2019 soll die Verfilmung der Graphic Novel ins Kino kommen. Alleine das ist schon bemerkenswert. Ganz nebenbei wird die Produktion auch noch zu einem Aushängeschild für die Diskussion um eine Frauenquote in der Filmbranche.


„Es liegt mir nicht so sehr, muskelbepackte Superhelden zu zeichnen.“

Olivia Vieweg, 1987 in Jena geboren, kommt eigentlich vom Manga her, hat sich in den vergangenen Jahren aber immer mehr dem europäischen Comic geöffnet. Ihre Figuren erinnern äußerlich noch an die Ästhetik des Manga; doch das langsamere Erzä

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