„Konfetti“ 7: Automobil

Montag, 18.06.2018

Ein Beitrag aus dem "Konfetti"-Blog von Lukas Foerster

Diskussion

James Bennings Experimentalfilm „11 x 14“ (1977) handelt neben anderem auch von der Bewegung in Fahrzeugen. Im siebten Beitrag zu seinem Blog „Konfetti“ lässt Lukas Foerster bei einer Zugfahrt durch eine US-amerikanische Großstadt den Blick schweifen und macht eine unerwartete Entdeckung.


„11 x 14“, James Bennings dieses Jahr auf der Berlinale wiederentdecktes Erzählexperiment aus dem Jahr 1977, ist, neben vielem anderen, ein Autofilm. Nicht direkt ein Film über Autos allerdings, eher ein vom Auto/von Automobilen infizierter Film. Nur in wenigen der 65 in gewisser Weise autonomen, isoliert für sich stehenden Einstellungen ist ein Auto das eine, zentrale Bildelement. Deutlich öfter sind Autos an den räumlichen und auch zeitlichen Rändern der Bilder präsent, gleich mehrmals finden sich zunächst autofreie Einstellungen, durch die dann plötzlich doch ein Auto fährt, oft ganz nah an der Kamera vorbei, auf einer Straße, die selbst unsichtbar bleibt. Das Auto erscheint im Film wahlweise als Signatur, oder eben als Träger einer Infektion, jedenfalls als etwas, das sich dem Film und auch der Welt, die er zeigt, aufprägt. Irgendwann scheinen auch die Gebäude und die Landschaften, die der Film zeigt, und selbst die sozialen Beziehungen, die der Film in seiner fragmentarischen Erzählung eher andeutet als zeigt, einer automobilen Logik unterworfen zu sein. (In gewisser Weise ist „11 x 14“ das notwendige Gegenstück zu all den – gleichermaßen großartigen – Roadmovies und Auto-Actionfilmen der 1970er-Jahre; wenn dort das Auto zum Fetisch w

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