Black Hawk Down

Do, 12.7., 23.00-01.40 VOX

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Es war eine Schlacht, von der kaum jemand gesprochen hätte, wenn nicht ein Bild um die Welt gegangen wäre, das ihr Ende markierte. Am 4. Oktober 1993 schleifte eine wütende Menge den nackten Leichnam eines US-Soldaten durch Mogadischu. Die tatsächliche wie die symbolische Blöße, die die Somalis den USA und ihrer Armee mit diesem Bild gaben, sorgte mit dafür, dass US-Präsident Clinton den militärischen Einsatz kurz darauf abbrach. Bilder von hungernden Kindern standen am Anfang der Mission, Bilder des Scheiterns an ihrem Ende. 2001 gab Regisseur Ridley Scott in „Black Hawk Down“ der Schlacht um Mogadischu ein anderes Gesicht: Es ist das Gesicht von jungen US-Amerikanern, die mit den besten Absichten am Horn von Afrika gelandet sind. Es galt, eine Hungersnot zu beenden. Da man den Staatschef General Aidid dafür verantwortlich machte, sollte er eliminiert werden. Ein einfacher Plan, der dann aberin eine Schlacht mündete, bei der 18 Amerikaner und ungezählte Somalis starben. Ridley Scott bezog in seinem Kriegsfilm, der in Zusammenarbeit mit der US-Army entstand, keine Position zu der gescheiterten Mission, was den Film sehr umstritten machte. Die Inszenierung beschränkt sich darauf, minutiös und realistisch das Schlachtgetümmel nachzuzeichnen – was ausreicht, um keinerlei heroisches Pathos aufkommen zu lassen. – Sehenswert.

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