Filmfest München 2018 #3: Großes Potential

Samstag, 07.07.2018

Diskussion

Wie funktionieren Beziehungen unter sich ändernden Rahmenbedingungen und angesichts existenzieller Bedrohung? Diese ewigen Fragen (nicht nur) des Kinos zogen sich durch die Filme in der Reihe „Neues deutsches Kino“ beim Filmfest München 2018. Als bester Spielfilm dieser Sektion wurde am Ende ein Werk ausgezeichnet, das auf ungewöhnlich dichte Weise von den Folgen eines sexuellen Übergriffs erzählt.


Auf ihr Klassentreffen angesprochen, reagiert Janne ausweichend, die für ihre Umwelt deutlich sichtbaren Blutergüsse um ihr eines Auge erklärt sie mit einer Möbelkante. Nur ihrer Mutter gegenüber deutet sie unerfreuliche Avancen eines Mannes als Ursache ihrer sichtbaren Verletzung an: „Der wollte irgendwie und ich wollte nicht.“ Mehr verrät die etwa 30-jährige Frau, die mit ihrem Freund bis vor kurzem einen kleinen, insolventen Verlag führte, nicht und wehrt weitere Nachfragen entschieden ab. Ihr ahnungsloser Freund bekommt immer mehr den Frust zu spüren, für den sie nach dem Geschehenen keinen anderen Kanal findet.

„Alles ist gut“, der Diplomfilm der Regisseurin Eva Trobisch an der Hochschule für Fernsehen und Film München, stellt die Situation einer Frau dar, die nach einer Vergewaltigung in ein Stadium der Verunsicherung, unterdrückter Wut und trotzigem Behauptungs

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