Schockwellen (1&2/4)

20.7., 20.15-22.30, arte

Diskussion

„Inspiriert von der Wirklichkeit“, steht am Anfang von „Schockwellen“, einem Ensemble von vier Filmen, realisiert von den drei Schweizer Fernsehanstalten sowie von arte und der von Ursula Meier, Lionel Baier, Jean-Stéphane Bron und Frédéric Mermoud betriebenen Produktionsfirma Bande à Part Films. Die erwähnte „Wirklichkeit“ sind konkrete Kriminalfälle, die in der Schweiz tatsächlich passierten. Grausige Verbrechen, die man nicht so schnell wieder vergisst, auch wenn man sie in einer (freien) filmischen Aufarbeitung sieht. Der erste Teil, „Tagebuch eines Todes“ von Ursula Meier, fußt auf den schriftlich festgehaltenen Gedanken eines 18-jährigen Schülers (Kacey Mottet Klein), der seine Eltern umbringt. Bevor er zur Tat schreitet, geht er zur Post und schickt seine Aufzeichnungen mit der kurzen Notiz, sie sei die einzige, die ihn verstehe, an seine Französisch-Lehrerin, auf deren Anweisung hin er die Texte verfasst hat: sie ließ ihre Klasse Tagebuch schreiben. Nach der Tat stellt er sich der Polizei. Die Regisseurin hält sich oft hautnah an ihren Protagonisten. Mottet Klein spielt emotional stark einen etwas verwirrt erscheinenden Jungen, der ein ums andere Mal vom Sturm in seinem Kopf schreibt. Die Inszenierung stellt die Tat aber auch in den Kontext von Literatur und Schule und fragt nach der Rolle der von Fanny Ardant gespielten Lehrerin, die ihrerseits ins Visier der Ermittler gerät. Meiers Film spielt in der Umgebung von Lausanne im Jahr 2009.

arte zeigt direkt im Anschluss auch die zweite Folge („Reise einer Rückkehr“), in der es um den kollektiven Selbstmord einer Sekte geht. Teil 3 und 4 sind der der kommenden Woche am Freitag, 27. Juli, zu sehen.

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