53. Karlovy Vary Filmfestival

Montag, 09.07.2018

Highlights aus dem internationalen Wettbewerb

Diskussion

Ein rumänischer Film über den Umgang mit einem antisemitischen Exzess an der Ostfront während des Jahres 1941 gewinnt den Hauptpreis im tschechischen Kurort Karlsbad (29.6.-7.7. 2018). Der starke Wettbewerb beschäftigte sich auffällig intensiv mit der Brüchigkeit von Familien in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Zusammenhängen. Eine Auslese der wichtigsten Filme.


Es gibt wohl nur wenige Filmfestivals, die im Umgang mit ihren Preisen so viel Selbstironie und lakonischen Humor aufbringen wie das Karlovy Vary Filmfestival. Das gilt besonders für den „Crystal Globe“, der an Schauspieler und Regisseure vergeben wird. In kurzen Trailern, die vor den Filmen laufen, wird der „Crystal Globe“ auf seine Nützlichkeit, den (Geld-)Wert oder seine Alltagstauglichkeit hin abgeklopft. „Shit happens“, resümiert beispielsweise Harvey Keitel in einer New Yorker Kneipe, nachdem ihm die Trophäe auf den Fuß gefallen ist, der daraufhin eingegipst werden muss. Milos Forman zerkleinert mit dem schweren Ding seine Tabletten. John Malkovich reagiert auf die Mutmaßungen eines indischen Taxifahrers, dass so ein Preis für das Lebenswerk doch etwas Schönes sei, genervt. „Wie meinen Sie das? Dass er überfällig war? Wohlverdient? Dass meine verdammte Karriere vorbei ist?“

Aktueller Neuzugang der Reihe ist Casey Affleck, der den „Crystal Globe“ 2017 erhielt. In „seinem“ Kurzfilm versucht er, in einem Pfandhaus in Los Angeles mehrere Gegenstände zu verscherbeln, darunter den „Crystal Globe“. Die Pfandleiherin ist an einem Handbohrer interessiert, doch bei der Preisstatuette zeigt sie auf ein Regal, wo schon drei weitere stehen. „Ich werde sie einfach nicht los!“ Schließlich landet der Preis mit einem Knall auf der Ladefläche von Afflecks Pick-up. Dass die der

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