Tab Hunter (11.7.1931-8.7.2018)

Ein Nachruf auf den US-Schauspieler

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Mit seinem strahlenden Lächeln, seinem attraktiven, leicht kantigen Gesicht und einer Traumfigur, die zu Aufnahmen mit nacktem Oberkörper einlud, fand der junge amerikanische Schauspieler Tab Hunter in den 1950er-Jahren viele Fans unter jugendlichen Kinozuschauern. Nachdem er ohne Schauspielausbildung ersten Rollen in B-Western wie „Überfall in Texas“ (1953) und B-Abenteuerfilmen wie „Die Banditeninsel von Karabei“ (1954) an Land gezogen hatte, erhielt er einen Vertrag bei Warner Bros., die ihn zum romantischen Jungstar aufbauten. Das verschaffte Tab Hunter Filmauftritte in wenig denkwürdigen, aber profitablen Werken wie den Kriegsfilmen „Urlaub bis zum Wecken“ (1955) und „Der Seefuchs“ (1955) oder dem Abenteuerfilm „Sie kamen nach Cordura“ (1959) ein, zudem konnte er mit William A. Wellmans psychologischem Wildwestfilm „Spur in den Bergen“ (1954) und der Verfilmung der Musical-„Faust“-Variante „Damn Yankees“ (1958) auch in einigen bemerkenswerteren Studioproduktionen der Zeit mitwirken.

Obwohl er parallel kurzzeitig auch als Sänger erfolgreich war, sank sein Stern bereits Ende der 1950er-Jahre; die beiden folgenden Jahrzehnte verbrachte er zwischen netten Komödien wie „In angenehmer Gesellschaft“ (1960), Gastauftritten wie in „Tod in Hollywood“ (1964), billigen Strand- und Abenteuerfilmen und Italowestern. Nachdem er als Mörder in John Hustons Spätwestern „Das war Roy Bean“ (1972) und in Curtis Hansons Regiedebüt „Sweet Kill“ (1973) noch einmal größere Hollywood-Rollen übernommen hatte, fand er sich in den Werken von Underground-Regisseuren wie John Waters („Polyester“, 1981) und Paul Bartel („Geier, Geld und goldene Eier“, 1984) bereit, sein altes Image des Mädchenschwarms zu parodieren.

Seine Karriere war freilich schon in seiner Glanzzeit von Spekulationen in der Klatschpresse begleitet gewesen, die Tab Hunter mit der Veröffentlichung seiner Autobiographie „Tab Hunter Confidential: The Making of a Movie Star“ 2005 schließlich bestätigte: Insgeheim homosexuell und unter anderem eine Zeitlang in einer Beziehung mit Anthony Perkins, hatte Warner Bros. ihm Schauspielerinnen als Begleiterinnen bei öffentlichen Auftritten zugeteilt und Romanzen mit ihnen angedichtet, um Gerüchte zu unterdrücken. In den letzten Jahren seines Lebens beschrieb Tab Hunter als direkt Betroffener diese Form der Verschleierung in der Studioära in mehreren Dokumentationen, zuletzt in „Tab Hunter Confidential“ (2015).


Foto: Warner Bros.

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