Ingmar Bergmans langer Schatten

Zum 100. Geburtstag des schwedischen Regisseurs: Bergmans Nachwirken im Werk anderer Filmemacher

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Bergman ist tot – es lebe Bergman! Bis heute hat das Werk des schwedischen Regisseurs, dessen Geburtstag sich am 14. Juli zum hundertsten Mal jährt, nichts von seiner Inspirationskraft eingebüßt. Zahlreiche Filmemacher ließen sich von ihm anregen. Neben befreundeten Kollegen wie Woody Allen und Bille August finden sich überraschenderweise auch zahlreiche Horror-Regisseure unter den Adepten.


Der 1948 geborene dänische Regisseur Bille August gelangt mit dem Drama „Pelle, der Eroberer“ (1987) um arme schwedische Einwanderer, die Ende des 19. Jahrhunderts ihr Glück in Dänemark versuchen, der internationale Durchbruch. Er gewann damit den „Oscar“ für den besten fremdsprachigen Film und die „Goldene Palme“ in Cannes.

Ingmar Bergman, der bis heute einzige Regisseur, der 1997 mit der „Palme der Palmen“ als bester Regisseur aller Zeiten ausgezeichnet wurde, hatte Bille Augusts Film nach eigenen Angaben siebenmal gesehen. Nachdem er sich mit „Fanny und Alexander“ (1982) von der Kinoleinwand verabschiedet hatte, nahm er Anfang der 1990er-Jahre Kontakt mit August auf, um ihm die Verfilmung seines auf der Geschichte von Bergmans Eltern basierenden Drehbuchs „Die besten Absichten“ (1992) anzubieten.

Bille Augusts Reaktion auf Bergmans Angebot war ambivalent: „Ich fühlte mich sehr geschmeichelt. Im gleichen Moment war ich aber auch beunruhigt, denn natürlich spürte ich seinen Schatten und fürchtete, dass ich davon wie gelähmt sein würde.“ Schließlich verfilmte August das Buch – und gewann damit seine zweite „Goldene Palme“. Einzige Bedingung Bergmans war die Besetzung der Rolle seiner Mutter mit der jungen schwedischen Schauspielerin Pernilla August (damals noch Östergren), die er für die Rolle des Hausmädchens Maj in „Fanny und Alexander“ entdeckt hatte und mit der er bis zum Ende seiner Karriere am Königlich Dramatischen Theater in Stockholm zusammenarbeitete. Pernilla Östergren wurde nach den Dreharbeiten für einige Jahre Bille Augusts Frau.

Bille August, der Bergman zu seinen Vorbildern zählt, hat die Faszination, die von Bergmans Werk ausstrahlt, so beschrieben: „Er wusste, wie man in die geheimnisvolle Welt zwischen Traum und Wirklichkeit gelangt. … Diese Welt existiert jenseits von Worten und Erklärungen.“ Er ging bei seiner Einschätzung noch weiter: „Für mich gibt es drei Große. Akira Kurosawa, Federico Fellini (beide auch auf Bergmans Top 11-Liste!) und Bergman. Für mich ist er einer der größten.“

"Die besten Absichten"
"Die besten Absichten"


Wie in einem Spiegel

„Dear Ingmar,… I am still glowing from the evening we spent together and I hope we have the chance to meet and talk again. … I hope you are formulating a new work and I hope you are pleased with the wonderful reception ‘Autumn Sonata’ has had here in America. It is well deserved. Congratulations on its various awards. I am almost finished with my film, titled: Manhattan. This, hopefully, will be a bittersweet love comedy that deals with misanthropy and the difficulty, if not impossibility people have with love. …

Hoping we meet again soon, Woody”

In „Manhattan<

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