George Harrison: Living in the Material World

22.8., 23.35-02.55, BR FERNSEHEN

Diskussion

Ein Film über George Harrison ist immer auch ein Film über die Beatles. Weder John Lennon und Paul McCartney noch Ringo Starr oder George Harrison lassen sich ohne ihre Zugehörigkeit zu der legendären Band verstehen, die wie kaum eine zweite Musikgeschichte geschrieben hat. Auch Martin Scorseses 209-minütige Dokumentation lässt sich unschwer in zwei Hälften aufteilen: die Zeit mit und die ohne die Beatles.

Formal bleibt Scorsese im konventionellen Rahmen, mischt Archivmaterial mit Interviews und geht chronologisch vor. Zeitzeugen und Weggefährten kommen ausführlich zu Wort, wobei gar nicht so sehr unterschiedliche Blickwinkel entstehen, als vielmehr Erfahrungen, Erlebnisse und Anekdoten gesammelt werden. Sehr facettenreich bestätigt der Film das Bild des innovativen Gitarristen als ruhender Pol der Beatles, ohne die Spannungen in Harrisons Persönlichkeit zu verschweigen, der seinen Frieden am Ende in indischer Mystik fand. Die Inszenierung unternimmt glücklicherweise keinen Versuch, die Widersprüche zu „erklären“, sondern begnügt sich mit einer reichhaltigen Sammlung von Erlebnissen, Erfahrungen und Anekdoten. Zur Sprache kommt auch George Harrisons Anteil an der Entstehung des britischen Independent-Kinos, nachdem er in den 1970er-Jahren die Produktionsgesellschaft HandMade Films gegründet hatte. – Ab 14.

Hier geht es zur Filmkritik von „George Harrison: Living in the Material World“.

Foto: StudioCanal

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