Filmreihe „Argentinien gestern, heute und morgen“

22.8./29.8., arte

Diskussion

Der Titel der kleinen Filmreihe mit drei argentinischen Filmen aus den letzten Jahren hebt darauf ab, dass das südamerikanische Land eine Phase enormer Unsicherheit hinter sich gebracht hat. Noch vor wenigen Jahren lastete die düsteren Vermächtnisse der Militärjunta auf der argentinische Gesellschaft, wie sie Juan José Campanella in seinem „Oscar“-gekrönten Thriller „In ihren Augen“ (2009) thematisiert, wo sich der pensionierte Ermittler (Ricardo Darín) von seinen schrecklichen Erinnerungen erst lösen kann, als er sie – zu einem Roman fiktionalisiert – niederschreibt. In Pablo Traperos „El Clan“ (2015) rückt die Übergangszeit von der Militärdiktatur zur Demokratie ins Zentrum, ebenfalls in der Fiktionalisierung eines realen Fall. Mit der 1980er-Jahre flog der Puccio Clans auf, der seinen Wohlstand auf die Erpressung und Ermordung wohlhabender Menschen stützte. Im dritten Film „Wild Tales – Jeder dreht mal durch!“ (2014) macht der Regisseur Damián Szifrón darauf aufmerksam, dass sich die heutige Situation in Argentinien noch lange nicht zum Guten gewendet hat. In sechs Episoden treibt der burlesk ausladende Film seine Figuren bis an den Rand des Erträglichen und dekliniert die Spirale von Vergeltung und Erniedrigung, Gewalt und Gegenwalt exzessiv durch. Der wirtschaftliche Aufschwung und die sich festigende Demokratie, so „Wild Tales“, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Land noch immer tief gespalten ist.

22.8., 20.15-22.15: In ihren Augen

22.8., 22.15-00.00: El Clan (ERSTAUFFÜHRUNG)

29.8., 20.15-22.10: Wild Tales – Jeder dreht mal durch!

Kommentar verfassen

Kommentieren