Steht auf, Genossinnen!

24.8., 20.15-21.45, arte (ERSTAUSSTRAHLUNG)

Diskussion

Zwölf lange, lärmende Stunden am Webstuhl, Tag für Tag, ohne dass man mit den anderen sprechen dürfte und wo am Ende doch nur ein Hungerlohn herausspringt. So sieht 1890 die Realität der Arbeiterinnen in der Seidenfabrik Duplan nahe Grenoble aus. Die junge Seidenspinnerin Lucie Baud (Virginie Ledoyen) schuftet dort schon seit ihrem zwölften Lebensjahr. Als ihr Ehemann stirbt, ist sie mit ihren beiden Töchtern auf sich allein gestellt. Trotzdem verliert sie nie die Hoffnung. Mit Kreativität, Kampfgeist und der Kraft des Gesangs setzt sie sich für die Rechte der Frauen ein.

In der von Männern dominierten Gesellschaft im Frankreich des 19. Jahrhunderts ist Lucie eine Ausnahmeerscheinung. Als der Patron den Lohn halbiert und billige italienische Zwangsarbeiterinnen nach Frankreich holt, organisiert sie einen Streik. Sie fordert bessere Arbeitsbedingungen und eine Anhebung des Lohns. Ihr kämpferischer Elan trägt sie davon; auf dem Kongress der Textilgewerkschaft erhebt sie für die Frauen aus der Arbeiterklasse die Stimme. Für ihre Überzeugungen stellt die junge Frau sich und sogar ihre beiden Töchter hinten an und riskiert, dass ihre Familie ihr den Rücken kehrt.

Der Film zeichnet die Biografie der französischen Frauenrechtlerin Lucie Baud (1870-1913) nach, die für ihre Überzeugungen bis ins Gefängnis und fast in den Tod ging. Das Drehbuch basiert auf der gleichnamigen Recherche der Schriftstellerin Michelle Perrot und skizziert das Leben einer Pionierin der Arbeiter- und Frauenbewegung. Inszeniert wurde der biografische Film von dem französischen Regisseur Gérard Mordillat.


Foto: Aurelien Faidy/AutoFocus Prod./ARTE/JPG Films

Kommentar verfassen

Kommentieren