In memoriam Erika Remberg

15. 2. 1932 - 10. 11. 2017

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Die verspätete Nachricht vom Tod der Schauspielerin Erika Remberg weckt Erinnerungen an die Traumwelt des deutsch-österreichischen Nachkriegsfilms. Das „Typecasting“ im Unterhaltungskino der Adenauer-Ära förderte naturgemäß sowohl den Bekanntheitsgrad als auch die Auslastung der Stars. Neben properen Heimatfilm-Seelchen, edlen Dulderinnen, lasziv-berechnenden „Ludern“ sowie den enervierenden Schreckschrauben wenig erheiternder „Lustspiele“ etablierte sich der herzallerliebst unschuldsvolle Backfisch, der frei von allen Kümmernissen durch sämtliche gängigen Genres wirbelte.

Erika Remberg – als Tochter eines österreichischen Tabakzüchters auf Sumatra geboren – wechselte vom Landestheater Innsbruck schnurstracks vor die Filmkamera. Quecksilbrig und abenteuerlustig, brünett und blauäugig machte sie fortan „bella figura“ in Kostümromanzen („Kaiserjäger“, 1956) und Historienschinken („Sarajevo“, 1955), grimmigen Melodramen („Salto mortale“, 1953) und albernen Bauernpossen („I-A in Oberbayern“, 1955), vor allem aber in Heimatfilmen zwischen alpiner („Schloss Hubertus“, 1954) und skandinavischer Kulisse („Laila“, 1958).

Willi Forst fand in ihr die Idealverkörperung des Wiener Mädels („Wien, du Stadt meiner Träume“, 1957), während sie außerhalb der Studios durch ein ungewöhnlich libertines Liebes- und Eheleben etwa mit Klaus Kinski, Walther Reyer und dem 2017 verstorbenen Karl-May-Heros Gustavo Rojo für Aufsehen sorgte. Mit dem Niedergang des bundesrepublikanischen Publikumsfilms verschwand auch sie aus dem Rampenlicht, betrieb eine Boutique und wurde Übersetzerin, die unter anderem das Standardwerk „The Films of Laurel & Hardy“ ins Deutsche übertrug.

Foto: „Laila“, 1958

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