Bad Banks

Eine atemberaubende Thriller-Serie ums Monopoly der Hochfinanz

Diskussion

Das Trauma der Finanzkrise nach dem Crash von Lehman Brothers sitzt der Branche noch in den Knochen. Doch Gabriel Fenger (Barry Atsma), der neue Mann beim Finanzriesen Deutsche Global Invest in Frankfurt am Main, findet es an der Zeit, die Scham über die Krise, in die die Banken die Weltwirtschaft geritten haben, abzulegen und wieder wagemütiger zu werden, wieder mehr auf Risiko zu spielen. Eine Chance für die junge Investmentbankerin Jana (Paula Beer), die gerade ungerechterweise ihren Job bei der Luxemburger Konkurrenz verloren hat, weil sie den Fehler begangen hat, cleverer zu sein als ihr unmittelbarer Vorgesetzter, und das auch noch zu zeigen. Fenger holt sie in sein Team. Die Erwartungen, die dort an sie gestellt werden, sind extrem hoch und der Konkurrenzdruck hart. Um nach vorn zu kommen, nimmt Jana die Hilfe von Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) an, einem hohen Tier in der Luxemburger Bank, bei der sie zuvor gearbeitet hat und durch deren Empfehlung sie auch die Chance bei Fenger bekommen hat. Doch was zunächst nach weiblichem Networking aussieht, das Jana die Karriereleiter hinauf hilft, offenbart bald seine Schattenseiten.

Die von Oliver Kienle geschriebene, von Christian Schwochow inszenierte Serie hat es in sich: Die Hochspannung und der Druck, unter denen die Hauptfigur Jana und die anderen Figuren von der ersten Episode an steht, überträgt sich 1:1 an die Zuschauer, was mit dem Erzähltempo der Serie und den phänomenalen Darstellern ebenso zusammen hängt wie mit der atmosphärischen Kameraarbeit, die aus den urbanen Settings ein Maximum an Kälte und Unbehaustheit heraus holt. Ein nervenzerrender Krimi um die Unbelehrbarkeit und Arroganz der Finanzbranche, der u.a. dadurch besticht, dass er den Blick auf weibliche Figuren richtet und deren Kampf im Macho-Haifischbecken der Banker beleuchtet. Am 21.2. feierten die ersten beiden Episoden der bei der Berlinale im Rahmen der Serien-Specials Premiere, seit 22.2. stehen die sechs Folgen in der arte Mediathek zur Verfügung.

Anbieter (DVD/BD): eye see movies/AV Visionen


Kommentar verfassen

Kommentieren