Die "Césars" 2018

Das AIDS-Aktivistendrama „120 BPM“ gewinnt den wichtigsten französischen Filmpreis

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Lange musste sich der große Favorit das Rampenlicht teilen, am Ende aber trug er doch den Sieg davon: Das AIDS-Aktivistendrama „120 BPM“ von Robin Campillo war mit 13 Nominierungen ins Rennen um die diesjährigen „Césars“ gegangen und gewann neben der Auszeichnung als Bester Film in den Kategorien Nebendarsteller, Nachwuchsdarsteller, Originaldrehbuch, Schnitt und Musik. Damit konnte das engagierte, formal brillante Zeitbild über die „Act up“-Protestbewegung, die sich in den 1990er-Jahren um AIDS-Kranke und ihre Angehörigen formierte, die meisten Preise entgegennehmen. Vor den „Césars“ war Campillos Film unter anderem bereits in Cannes mit dem „Preis der Jury“ und dem FIPRESCI-Preis sowie bei den Europäischen Filmpreisen für den Besten Schnitt geehrt worden.

Unerwartet spannend wurde die Preisverleihung durch die Präsenz des zweiten großen Gewinners „Au revoir là-haut“. Die Regiearbeit des Schauspielers Albert Dupontel, eine Adaption des mit dem „Prix Goncourt“ geehrten gleichnamigen Romans von Pierre Lemaitre, spielt im Frankreich der Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg und handelt von einer Schicksalsgemeinschaft ehemaliger Soldaten. Der Film war wie „120 BPM“ ebenfalls für 13 „Césars“ nominiert und konnte fünf Preise einstreichen, darunter die für die Beste Regie und das Beste adaptierte Drehbuch.

Abseits dieses Wettstreits der beiden Favoriten schafften es kaum noch andere Filme auf das Podium: Das Drama „Petit paysan“ über einen passionierten Milchbauer, der alles daran setzt, seine mit einem Virus infizierten Kühe nicht notschlachten zu müssen, gewann drei Preise (Erstlingswerk, Hauptdarsteller, Nebendarstellerin), Mathieu Amalrics fiktionale Filmbiografie „Barbara“ zwei für Hauptdarstellerin Jeanne Balibar und den Ton, der Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin ging an die Komödie „Le brio“.


Sämtliche Preise:

Bester Film: 120 BPM (Regie: Robin Campillo)

Beste Regie: Albert Dupontel (AU REVOIR LÀ-HAUT)

Beste Darstellerin: Jeanne Balibar (BARBARA)

Bester Darsteller: Swann Arlaud (PETIT PAYSAN)

Beste Nebendarstellerin: Sara Giraudeau (PETIT PAYSAN)

Bester Nebendarsteller: Antoine Reinartz (120 BPM)

Beste Nachwuchsdarstellerin: Camélia Jordana (LE BRIO)

Bester Nachwuchsdarsteller: Nahuel Pérez Biscayart (120 BPM)

Bestes Originaldrehbuch: Robin Campillo (120 BPM)

Bestes adaptiertes Drehbuch: Albert Dupontel, Pierre Lemaître (AU REVOIR LÀ-HAUT)

Bestes Erstlingswerk: PETIT PAYSAN (Regie: Hubert Charuel)

Beste Kamera: Vincent Mathias (AU REVOIR LÀ-HAUT)

Beste Ausstattung: Pierre Quefféléan (AU REVOIR LÀ-HAUT)

Beste Kostüme: Mimi Lempicka (AU REVOIR LÀ-HAUT)

Bester Schnitt: Robin Campillo (120 BPM)

Beste Musik: Arnaud Rebotini (120 BPM)

Bester Ton: Olivier Mauvezin, Nicolas Moreau, Stéphane Thiébaut (BARBARA)

Bester Animationsfilm: LE GRAND MÉCHANT RENARD ET AUTRES CONTES... (Regie: Benjamin Renner, Patrick Imbert)

Bester Dokumentarfilm: I AM NOT YOUR NEGRO (Regie: Raoul Peck)

Bester ausländischer Film: LOVELESS (Russland/Frankreich) (Regie: Andrej Swjagintsew)

Ehrencésar: Penélope Cruz

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