Die Anziehung des Verrückten

Ein Interview mit Terry Gilliam zu „The Man Who Killed Don Quixote“

Diskussion

Terry Gilliam hat es geschafft! Seit Anfang der 1990er laboriert er am „Don Quixote“-Stoff; ein erster Versuch einer Verfilmung mit Jean Rochefort und Johnny Depp musste im Jahr 2000 abgebrochen werden, unter anderem wegen Unwettern, die das Set wegspülten, und einem Bandscheibenvorfall von Rochefort, durch den er nicht mehr reiten konnte. Der Dokumentarfilm „Lost in La Mancha, ursprünglich als Making of geplant, gibt beredt Auskunft über dieses Scheitern. Nach vielen rechtlichen Problemen und vergeblichen Versuchen, ein Budget zusammenzubekommen, kommt „The Man Who Killed Don Quixote“ am 27. September endlich in die Kinos: Die Geschichte von Toby (Adam Driver), einem zynischen Werbefilmer, der über seinen alten Studentenfilm von vor zehn Jahren stolpert – und über seinen damaligen Hauptdarsteller (Jonathan Pryce), der sich seitdem für Don Quixote hält…


Da Sie nun fertig sind: Ist es der Film, den Sie sich vorgestellt haben, als Sie gestartet haben?

Terry Gilliam: Gottseidank ist es nicht der Film, der er hätte werden sollen. Es ist ein viel besserer Film! Er ist ein Ergebnis all seiner Entstehungszeit. Wir haben immer versucht, ihn frisch zu halten, haben immer wieder umgeschrieben. Ganz ehrlich, irgendwann wird mir ein Drehbuch langweilig, und ich bemühe mich dann um neue, andere Ideen. Und einige der Ideen sind auch nur dazu da, um es billiger zu machen… Lassen wir also die Toby-Figur nicht zurückreisen ins 17. Jahrhundert, machen wir es zeitgenössisch, da können dann Telefonleitungen und Satellitenschüsseln im Bild sein – damit kann man eine Menge Geld sparen.


Haben Sie also, wenn Sie mit Tony Grisoni oder wem auch immer ein Drehbuch schreiben, eine Stimme im Kopf: Oh, das ist eine großartige Idee, aber zu teuer, wir müssen es runterschrauben?

Gilliam: Immer, immer. An einem bestimmten Punkt in deinem Leben bemerkst du, dass der „Marktplatz“ wirklich ein merkwürdiges Konzept ist. Die Geldseite beim Filmemachen: Da sind so viele Menschen abergläubisch. Da heißt es dann „Der Fluch von Quixote“, bumm, oder „Eine alte Idee, Fisch von letzter Woche, der stinkt“ – und viele Produzenten, die ich wirklich mag, vermieden Quixote: „Hak’s ab!“ Und an solchen Punkten habe ich dann aufgegeben und einen anderen Film gemacht. Wenn der dann gedreht war, hat im Hintergrund Don Quixote immer gewartet.


Wie fühlt sich das jetzt an für Sie?

Gilliam: Ich bin hocherfreut! Es ist ein wirklich guter Film! Viel besser als der, den wir damals gemacht hätten! Er hat mehr Idee, mehr Ebenen, und ich finde die Darsteller so gut! Die Besetzung ist brillant! Und ich selbst hab’s nicht zu schlimm verkackt…


Was ich meine: Wenn Sie 25 Jahre an dem Film sitzen, wird er sooo groß, immer mehr, mehr als Sie ursprünglich geplant haben. Vor 25 Jahren war es vielleicht nur eine Idee, und dann wird es das Größte auf der Welt…

Gilliam: So funktioniert das bei mir nicht. Was mir Angst gemacht hat, war nicht, ob ich einen Film mache, der so viele Lebensjahre wert ist. Was mir Angst gemacht hat, waren die Erwartungen der Zuschauer. Es ging nicht um mich, sondern darum, ob ich all diese Menschen enttäusche. Vor allem in den ersten Wochen des Drehs hat Nicola Pecorini, mein Kameramann, gefragt: „Was ist los mit dir? Du benimmst dich nicht wie sonst!“ Ich habe mir solche Gedanken gemacht, dass ich etwas mache, das nicht interessant genug ist für die Erwartungen der Leute! Wie nimmst du es mit den Vorstellungen der anderen auf? Ich hab’s nicht gewusst… Das Gute an der Arbeit an einem Film ist, dass du dich ans Werk machen musst, du bist sehr müde, du wachst morgens auf, gehst zur Arbeit, und dann denkst du nur noch ans Überleben.



Was war so wichtig für Sie, dass Sie nicht aufhörten?

Gilliam: Es war meine Sturheit. Es war „Scheiß auf all die realistischen, vernünftigen Ratschläge! Ich mach das jetzt, und wenn es mich umbringt!“


Sie haben lange gegen verschiedene Windmühlen gekämpft. Sind Sie erschöpft und fühlen Sie sich ein bisschen wie Don Quixote?

Gilliam: Ich bin erschöpft, das auf jeden Fall. Wie Don Quixote fühle ich mich nicht, ich bin eher Sancho Pansa. Ich bin der Vernünftige bei der Sache. Die Leute denken, ich bin der Verrückte… Aber das Verrückte liegt nur in der Obsession, das durchzuziehen. Ich denke eigentlich immer recht pragmatisch: Wie bekommen wir das Geld? Können wir dies oder das technisch auf andere Art lösen? Ich verbringe meine Zeit damit, über solche Sachen nachzudenken. Tony Grisoni, mein Co-Drehbuchautor, hat letztens bei einem Abendessen gesagt: Terry, du bist nicht Quixote, der Film ist Quixote. Der Film ist die Verrücktheit.


Wie war das mit Ihren Mitarbeitern, Ihrer Filmcrew: Haben die gezögert, sich auf ein solches Projekt einzulassen, das vorher schon einmal gescheitert war?

Gilliam: Nein, die Mitarbeiter haben sich gewünscht, an diesem Projekt beteiligt zu sein! Der Hälfte der Crew wurde nur die Hälfte ihrer üblichen Gage bezahlt, sie wollten Teil sein von dem Film. Und wieder ist es interessant, wie das Verrückte die Leute anzieht: Benjamín Fernández, der Designer, war schon bei der originalen Version mit Johnny Depp dabei; Eduardo Hidualgo, der ebenfalls Designer ist, hat in einer der anderen Versionen nach der Johnny-Depp-Version an dem Film gearbeitet. Und so arbeiten bei diesem Film zwei Designer, jeder für einen Bruchteil seines normalen Lohnes. Was die Schauspieler angeht: Ich scheine gut darin zu sein, gute Darsteller zu gewinnen.


Es gibt mehrere andere Projekte, die Sie nicht verwirklichen konnten, sei es, weil die Finanzierung nicht geklappt hat, sei es, weil die Produzenten die falsche Entscheidung getroffen haben wie bei „Harry Potter“. Denken Sie manchmal, es gibt einen Fluch?

Gilliam: Nein, überhaupt nicht. Filmemachen ist schwierig. Geld zu beschaffen für Filme ist schwierig. Wenn ich einen Film mache für weniger als 10 Millionen – kein Problem. Aber sie kosten mehr – bei Quixote waren es 16 Millionen. Andere haben 25 Millionen gekostet. Und das sind Beträge, die man wirklich kaum zusammenbekommt. In diesem Fall haben wir nur zwölfeinhalb Millionen beschaffen können, aber glücklicherweise hat uns eine Dame dann drei Millionen beigesteuert: Einfach, weil sie den Film fertiggestellt haben wollte. Und sie wollte in Cannes über den roten Teppich laufen, und ich bin mit ihr in Cannes über den roten Teppich gelaufen. Und ich habe auf diesem roten Teppich mit ihr getanzt. Weil es nur eine einzige Person gebraucht hat, die genug Geld hat, die sagt: Okay, ich kaufe nicht ein großartiges Gemälde, ich sorge dafür, dass der Film entsteht.


Don Quixote als Figur, als Geschichte ist ein Weg, über die Welt nachzudenken, wie man Probleme bewältigen kann oder auch nicht, wie man den unmöglichen Kampf aufnimmt. Aber vor 25 Jahren war die Welt eine andere. Sehen Sie die Unterschiede vom ursprünglichen Startpunkt zum fertigen Film?

Gilliam: Im Film geht es nicht speziell darum, über die Welt nachzudenken. In mancher Hinsicht ist es weniger eine Reaktion auf die Welt als viele andere Filme. Es ging darum, eine Quixote-Geschichte zu schaffen, die in sich Sinn ergibt. Deshalb war ich erfreut, als wir angefangen haben, die Story dahin zu bringen zu erzählen, was Filme mit den Menschen machen. Wir konnten sie so auf eine andere Ebene verlagern. Ich denke immer wieder darüber nach: Wenn ich „Brazil“ für das Jahr 2020 machen wollte, wüsste ich überhaupt nicht, wo ich anfangen sollte. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Sie ist zu Chaos geworden, zu Wahnsinn. Alles, was ich sehe, wird immer infantiler. Früher am Tag wollten Journalisten, dass ich den Film mit Emoji-Karten beschreibe. Fuck, worüber reden die? Das ist Babyzeug! So: glücklich, unglücklich, tot: Das ist doch furchtbar, aber trotzdem benutzen die Leute Emojis, andauernd! Ich meine, was ist aus uns geworden?


Sie haben an vielen verschiedenen Schauplätzen gedreht, weit weg von größeren Städten. Haben Sie jemals darüber nachgedacht, den Film in einem stilisierten Set zu drehen, wie den vorherigen Film „The ZeroTheorem? Oder war der Gedanke, dass der Film die offenen Räume braucht?

Gilliam: Das war meine Chance, einen Western zu drehen. Der Film muss in der wirklichen Welt stattfinden. Eine der nettesten Anmerkungen, von einem großen, sehr erfolgreichen Special-Effects-Supervisor aus den USA, war: „Was ich an dem Film liebe, ist seine Textur.“ Er hat so eine Beschaffenheit – man kann es riechen, man kann es fühlen. Das war wirklich wichtig im Zusammenhang mit den Fantasien und dem Wahnsinn von Don Quixote. Ich wollte die wirkliche Welt haben. Was auch gefährlich ist, denn das erste Mal, im Jahr 2000, hat uns das Wetter den Dreh kaputtgemacht. Dieses Mal war das Wetter richtig gut. Jeden Tag habe ich befürchtet: Oh Mist, heute wird es richtig mies, aber die Sonne hat immer weiter geschienen. Nur als wir nach Fuerteventura gingen wegen der fantastischen Landschaften, da hat der Wind den ganzen Sand der Sahara rübergeweht, man hat die Berge im Hintergrund nicht gesehen. Das war das das einzige Mal, dass ich frustriert war wegen des Wetters.



Hatten Sie einen Plan B, falls das Wetter nicht gehalten hätte?

Gilliam: Wir hätten ein bisschen abdecken können, aber wir waren wirklich sehr verletzlich. Wir hatten großes Glück. Tatsächlich haben wir den Dreh nach Zeitplan und innerhalb des Budgets hingekriegt – ein gutes Gefühl.


Wie viel Terry ist in Toby?

Gilliam: Hoffentlich hat das Toby-Ding bei mir nicht stattgefunden! Jedes Mal, wenn ich Werbespots gedreht habe, sagte ich: Das mache ich nie wieder! Ich kenne so viele Menschen, die wirklich korrumpiert wurden vom Geld, das man dabei verdient. Die letzte Werbung, die ich gemacht habe, war 2002 zur Weltmeisterschaft, für Nike, und für zehn Tage wurde mir mehr bezahlt als ich jemals mit „Quixote“ verdienen werde, für all die Jahre Arbeit daran. Das ist die Gefahr an Werbung, sie ist sehr verführerisch. Viele Regisseure machen das gerne, sie können visuell rumspielen, aber was macht man da wirklich? Man verkauft nur Hundescheiße! Äh, ich meine: Hundefutter. Für mich muss ein Film Inhalte haben, er muss etwas sagen wollen, das vorher niemand gesagt hat, oder das der Film zumindest anders sagt. Werbung hat keine Bedeutung.


Es gibt diesen Dialog, wenn zu Don Quixote gesagt wird: „Das sind Tatsachen!“ Und er antwortet: „Tatsachen sind die Feinde der Wahrheit.“ Glauben Sie daran?

Gilliam: Hm, ja, da ist was dran. Im Film gibt es noch eine andere Zeile: Wenn Toby und Don Quixote ihr Abenteuer miteinander starten, nach allerlei Durcheinander mit der Polizei und so weiter, da sagt Toby: „Gehen wir zurück und erklären, was passiert ist!“ Und Quixote sagt: „Meinst du, Erklärungen erklären irgendetwas?“ So ähnlich ist es mit Tatsachen. Tatsachen sind Tatsachen – aber erklären sie eigentlich irgendetwas? Ich weiß es nicht. Wir leben in einer Welt der Illusionen, so wie wir die Realität wahrnehmen. Tatsachen und Wirklichkeit sind schwer zu greifen. Vor allem, wenn man den Nachrichten folgt. Wenn du irgendwie denkst, du kannst dich informieren darüber, was in der Welt vor sich geht: Gib’s auf, jetzt! Ich glaube nur an Dinge, die ich aus erster Hand kenne; na ja, vielleicht aus der ersten Hand eines Freundes. Jedes Mal, wenn ich einen Artikel über mich lese oder über einen Freund, denke ich, das hat gar nichts mit irgendeiner Wahrheit zu tun! Es gibt wirklich ein Problem, wie sich Stories ändern, bis sie an die Öffentlichkeit gelangen. Ich meine: Ich habe keine Ahnung, was los ist im Weißen Haus. Man kann Bücher darüber lesen, aber mehr nicht. Und man kann nicht ehrlich sagen, dass man weiß, was da passiert. Oder wie man es reparieren kann.


Ich habe den Film zweimal gesehen hier in München, und beim zweiten Mal habe ich ihn sogar noch mehr gemocht…

Gilliam: Alle meine Filme sind beim zweiten Mal besser!


Das weiß ich! Ich habe beim zweiten Mal erkannt, wie gut er gegliedert ist. Ich mag den Gitano sehr, diese Zigeuner-Figur: Erst beim zweiten Mal habe ich bemerkt, dass er von Anfang an da ist! Er ist eine Art übernatürlicher Charakter, der zu keiner der Fantasien und Verrücktheiten der anderen Figuren im Film zu gehören scheint. Wie haben Sie das konzipiert?

Gilliam: Wir haben ihm einen inoffiziellen Namen gegeben, der erklärt alles: Er hieß bei uns Diaz Ex Machina. Genau das ist er; wir haben den Schauspieler Óscar Jaenada auch so gerufen: He Diaz, komm her! Der Charakter war von Beginn an da, er sitzt herum und scheint die Dinge in Bewegung zu versetzen. Er ist vielleicht der Teufel, oder eher wie ein Joker: Er taucht auf, und dann ändert sich was. In einer früheren Drehbuchfassung hat er auch den Film beendet: Der Film endet mit Toby, der zu Don Quixote geworden ist, gefangen in dessen Wagen, und am Ende schließt der Gypsy den Vorhang, schließt den ganzen Film. Aber dann haben wir uns doch für ein romantisches Hollywood-Ende entschieden, yeah!


Können Sie etwas über das Schwarz-weiß-Material sagen, den Film im Film?

Gilliam: Go Pro-Material! Wir haben die Szenen mit einfachen Action-Camcordern gedreht. Und ich liebe einfach den Look von Schwarz-weiß. Also ist Tobys Film in Schwarz-weiß. Nichts weiter. Es war interessant: Bis zum Dreh, ja, als wir schon angefangen haben, habe ich noch nicht ausgearbeitet, was Tobys Film sein sollte. Wann immer eine Location verfügbar war, haben wir also irgendwas gedreht. Von der Prozession, die Toby in seinem Film hat, war ich wirklich besessen. Ich liebe spanische religiöse Prozessionen, mit Musikkapellen, bei denen die Instrumente nicht richtig gestimmt sind, aber mit viel Leidenschaft gespielt, und das wurde dann ein wichtiger Teil. Wie Angelica in Tobys altem Film die Madonna spielt und dann schließlich als Hure endet. Das ist so eine Cervantes-mäßige Figur mittendrin…


Ich habe gelesen, dass an einem bestimmten Punkt Michael Palin involviert war.

Gilliam: Ja, er war auch mal vorgesehen… Ich hatte Adam Driver, und Michael sollte den Don Quixote spielen. Aber dann ist Paulo Branco…


Der Produzent, der die Uraufführung in Cannes verhindern wollte und inzwischen gerichtlich seine Rechte am Film hat durchsetzen können…

Gilliam: Genau, als er bei der Finanzierung gescheitert ist, wurde das Projekt wieder mal stillgelegt. Und Michael hat da schon ein paar Monate mitgearbeitet, aber sein Vertrag war immer noch nicht unterschrieben, als das Ganze zusammenbrach. Er hat dann nicht wirklich geglaubt, dass wir den Film noch zustande bringen. Und er hatte andere Dinge zu tun, deshalb hat er aufgehört. Und plötzlich war Jonathan Pryce verfügbar! Ich muss Mike dankbar sein, dass er zurücktrat und Jonathan seinen Platz einnehmen ließ.


Und was ist mit Johnny Depp passiert?

Gilliam: Er wurde alt! Toby muss um die 30 Jahre alt sein. Johnny ist jetzt ein alter Mann, so wie wir alle.


Wäre die Toby-Figur ganz anders geworden mit Jack O’Connell, der ja auch mal vorgesehen war? O’Connell ist nicht wirklich in einer komischen Rolle vorstellbar, wie sie Adam Driver spielen kann….

Gilliam: Wir haben sehr viel Glück bei diesem Film gehabt, wir haben am Ende die richtige Besetzung gefunden. Jack war interessant auf seine eigene Art. Aber Adam ist so viel besser als das, was wir geschrieben haben! Seine Figur ändert sich, macht eine außerordentliche Wandlung durch zwischen dem, was sie am Anfang des Films ist und am Ende. Er ist wirklich unglaublich brillant. Er ist witzig, aber es ist immer echt, es ist keine Comedy. Jonathan ist sehr viel komischer, er spielt viel größer, aber Adam hält den ganzen Film zusammen. Besser als es mit Johnny Depp oder Jack O’Connell geworden wäre.



Sie starten den Film mit der Einblendung „And now“; es kommt die spanische Inquisition vor, ich sehe Anlehnungen an „Jabberwocky“ und Ihren „Münchhausen“-Film. Versuchen Sie, eine Art Netz zu spinnen, um darin Ihr ganzes Werk einzufassen?

Gilliam: Nein, ich versuche eigentlich solche Anspielungen und Zitate zu vermeiden, aber darin bin ich gescheitert… Am Ende sagt man mir immer: Oh, komm schon, das ist wie bei diesem anderen Film. Aber wir haben eben gemacht, was wir gemacht haben. Es gibt zwei Filme, von denen ich immer gedacht habe, dass ich im Alter auf keinen Fall meine Version davon probieren sollte. Der eine ist „Amarcord“ von Fellini, der andere „Fanny und Alexander“ von Bergman. Beide sind so eine Art Kompendium von allem, was die Regisseure vorher gedreht haben, auf ihre je eigene Weise. Merkwürdigerweise scheint nun „Don Quixote“ zu so etwas in der Art geworden zu sein. Er streift so viele Dinge, die ich zuvor schon gemacht habe. Das war nicht geplant.


Ist das nun der wichtigste Film Ihrer Karriere?

Gilliam: Es ist auf jeden Fall mein letzter bisher. Das kann man auf jeden Fall sagen: Gilliams letzter Film. Aber hoffentlich nicht mein finaler. Ich würde auf jeden Fall noch gerne den einen oder anderen drehen, bevor ich sterbe. Das ist alles, was ich sagen kann: Einen noch!


Fotos: Concorde Film/Diego Lopez Calvin

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