Zum Tode des Regisseurs Ottokar Runze (19.8.1925-22.9.2018)

Ein Nachruf auf den Regisseur Ottokar Runze

Diskussion

Auseinandersetzungen mit Verbrechen, die Beschäftigung mit Rechtsprechung und Verurteilungen, aber auch die grundlegende Frage nach der Möglichkeit von Gerechtigkeit waren im deutschen Kino nie so gut aufgehoben wie in den 1970er-Jahren – ein Spiegel der politisch tief gespaltenen Bundesrepublik. Zwischen den auf den Zeitgeist abzielenden Filmen von Volker Schlöndorff („Die verlorene Ehre der Katharina Blum“) oder Reinhard Hauff („Die Verrohung des Franz Blum“) mit Sympathie für (politisch linke) Gesellschaftskritik und den ausgewogen argumentierenden Werken des filmenden Juristen Norbert Kückelmann („Die Sachverständigen“) wurde auch der Berliner Ottokar Runze in dieser Zeit eine feste Größe im bundesdeutschen Kino: Runze beschäftigte speziell die Frage nach Schuld und Sühne und den Unzulänglichkeiten der Rechtsprechung, wobei er darin den Blick oft auch auf die Vergangenheit richtete. So machte er erstmals mit dem Zeitbild „Der Lo

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