Zum Tode von Charles Aznavour (22.5.1924-1.10.2018)

Der weltweit angesehene französische Chansonnier reüssierte auch als Schauspieler, unter anderem in „Schießen Sie auf den Pianisten“ und „Die Blechtrommel“

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Auf den Bühnen der großen Konzerthallen der Welt schien Charles Aznavour stets in seinem Element zu sein: ein selbstbewusster Unterhaltungskünstler, der auf seine elegante, aber unprätentiöse Ausstrahlung vertraute und auf die Kraft seiner Chansons. Aznavour benötigte keine exaltierten Gesten und keine aufwändige Bühnenshow, um sein Publikum zu bannen, obwohl er über ein vielfältiges Arsenal an Ausdrucksmöglichkeiten verfügte. Das Selbstbewusstsein seiner Auftritte als Sänger hatte nichts Aufdringliches, sondern schien einfach die angemessene Art zu sein, das zu sagen, was er zu sagen hatte – und dies selbst bei gesellschaftlich umstrittenen Themen stets mit Charme und ruhigem Nachdruck zu tun.

Im Vergleich zu seiner Bühnen-Persona fiel bei den schauspielerischen Arbeiten von Charles Aznavour auf, wie sehr die Filme seine Sanftheit und Verletzlichkeit betonten. Vor der Kamera schien der 1,60 Meter große Franzose stets noch ein wenig kleiner zu werden, eingeschrumpft angesichts einer feindseligen Welt, wie sie sich vor allem in seinen früheren Filmen präsentierte. Herausgehoben wurde im Kino dagegen sein Gesicht, das in Großaufnahmen seine weichen Züge, freundlichen Hundeaugen und dichten Augenbrauen zur Geltung kommen ließ und ihm auf diese Weise die Sympathie und das Mitgefühl der Zuschauer einbrachte. Denn gut mitgespielt wurde seinen Figuren, zumindest in Charles Aznavours besten Filmen, selten, sodass ihnen oft eine Neigung zum Fatalismus zu eigen war. Das Schicksal nahmen sie nur noch mit stiller Res

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