Frankenstein & Frankensteins Braut (3sat)

25.10., 22.25-00.45, 3sat

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200 Jahre ist es her, dass eine 18-jährige britische Schriftstellerin einen Roman veröffentlichte, der bis heute als Meilenstein des literarischen Horrors gilt: „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“. Anlässlich des Jubiläums zeigt 3sat die unter den zahllosen Verfilmungen des Stoffes immer noch berühmteste von 1931: Unter der Regie von James Whale spielt Colin Clive den deutschen Wissenschaftler, der aus Leichenteilen einen idealen Menschen konstruieren will, dabei aber versehentlich das Gehirn eines Verbrechers einsetzt. Als das Monster in Gestalt von Boris Karloff zum Leben erwacht, läuft es Amok, weil es unfähig ist, menschliche Verhaltensregeln zu begreifen.

Nach „Frankenstein“ (22.25-23.30) strahlt 3sat auch die 1935 entstandene erste Fortsetzung „Frankensteins Braut“ (23.30-00.45) aus, das ein von der Vorlage weithin losgelöstes Franchise startete (und zu dem verbreiteten Missverständnis beitrug, mit „Frankenstein“ sei die deformierte Kreatur gemeint), bei dem die produzierenden Universal Studios Frankensteins Kreatur schließlich auch mit anderen Horror-Stars zusammenbrachten. „Frankensteins Braut“ orientiert sich stilistisch weniger als der erste Film an deutschen Vorbildern wie „Der Golem, wie er in die Welt kam“, ist aber dafür einer der frühesten Filmvertreter der „schwarzen Komödie“, der es zugleich darum geht, das Monster – unter anderem in der Sehnsucht nach einer Gefährtin – sympathischer erscheinen zu lassen. – Sehenswert ab 14.

Arte feiert das „Frankenstein“-Jubiläum in der folgenden Woche ebenfalls. Am 31. Oktober sind die Dokumentation „Das Verhängnis des Doktor Frankenstein“ (22.20-23.15) über die Entstehung des Romans und seine Wirkungskraft sowie Mel Brooks’ Filmparodie „Frankenstein Junior“ (23.15-01.00) zu sehen.

Foto aus „Frankenstein“: ZDF/Sherman Clark

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