Ralph Fiennes bekommt Europäischen Filmpreis

Der 1962 geborene britische Schauspieler wird mit einem „European Achievement in World Cinema Award“ geehrt.

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„Lässt man Ralph Fiennes’ Karriere Revue passieren, fallen einem griffige Gegensatzpaare ein: böse oder gut, skrupellos oder sensibel, steif oder verwirrt. Fiennes liebt die Extreme, die auffällige, mutige Herausforderung, um die Grenzen seiner ungewöhnlichen, manchmal sogar bizarren Figuren auszuloten“: So charakterisierte Michael Ranze im Filmdienst-Porträt Schauspieler Ralph Fiennes. Der 1962 geborene Brite, der u.a. als „Der englische Patient“ (1996) Star-Ruhm errang und seit 2010 auch als Filmregisseur aktiv ist, wird bei den nächsten „European Film Awards“ mit einem Europäischen Filmpreis geehrt, dem „European Achievement in World Cinema Award“.

Fiennes gehört zu jenen britischen Akteuren, die ihr Handwerk ganz klassisch bei der Royal Academy of Dramatic Art erlernt haben; künstlerische Meriten sammelte er u.a. bei der Royal Shakespeare Company, wo er sich quer durchs Werk des britischen Nationalautors spielte, dessen Werk er immer verbunden blieb – seinen Einstand als Filmregisseur lieferte er denn auch mit einer Adaption von Shakespeares „Coriolanus“. Seine Karriere als Filmschauspieler umspannt internationales Autorenkino – von Spielbergs „Schindlers Liste“ (1993) über Kathryn Bigelows „Strange Days“ (1995) und David Cronenbergs „Spider“ (2002) bis hin zu Luca Guadagninos „A Bigger Splash“ (2015) – ebenso wie Blockbuster, in denen er u.a. als Lord Voldemort in der „Harry Potter“-Reihe und als M in den Bond-Filmen „Skyfall“ (2012) und „Spectre“ (2015) Spuren hinterließ.

Diesen Oktober hat im Rahmen des London Filmfest eine neue Regiearbeit von Fiennes Premiere gefeiert: nach seinem „Coriolanus“-Film (2011) und seinem Charles-Dickens-Porträt „The Invisible Woman“ (2013) widmet er sich in „The White Crow“ Tanz-Legende Rudolf Nurejew und der Flucht des berühmten Balletttänzers von der Sowjetunion in den Westen im Jahr 1961. Ein deutscher Kinostart für den Film steht noch nicht fest.

Foto: Ralph Fiennes in "A Bigger Splash" (StudioCanal)

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