24 Frames (arte)

19.11., 23.35-01.30, arte (ERSTAUSSTRAHLUNG)

Diskussion

Das letzte Projekt des 2016 verstorbenen iranischen Regisseurs Abbas Kiarostami entsprang seinem lebenslangen Interesse für Fotografie. Schon im Studium in den 1960er-Jahren begann Kiarostami mit dem Fotografieren von Stillleben und iranischen Landschaften, was er über die Jahre immer weiter fortführte. Für „24 Frames“ nahm er sich 23 eigene Bilder vor sowie das Gemälde „Die Jäger im Schnee“ von Pieter Bruegel d.Ä. aus dem Jahr 1565. Bei ihnen allen imaginierte er das Geschehen unmittelbar vor und unmittelbar nach dem im Bild festgehaltenen Ereignis, was er mithilfe von digitalen Techniken zu 24 kurzen Filmen von jeweils viereinhalb Minuten ausbaute. Die daraus entstandenen Szenen, in denen Landschaften und Tiere, aber kaum Menschen zu finden sind, verbinden sich zu einer faszinierend montierten Abfolge grandioser Impressionen, bei denen das Vergehen der Zeit und die Flüchtigkeit des Daseins immer mitgedacht sind. Kiarostami belässt die Bilder und die Umstände ihrer Entstehung dabei im Rätselhaften und lässt ihre visuelle Schönheit unmittelbar auf den Betrachter wirken. Ein wunderbares Vermächtnis eines der großen Poeten des Kinos. – Sehenswert ab 16.

Foto: CG Cinéma

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