Mathildas Weg (KiKA)

9.12., 15.00-15.55, KiKA (ERSTAUSSTRAHLUNG)

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Die zwölfjährige Isländerin Mathilda ist eine gute Schülerin und hat eine schöne Singstimme, sodass ihr das Solo beim bevorstehenden Schulchor-Auftritt winkt. Das bringt ihre neidische Mitschülerin Silja allerdings endgültig dazu, Mathilda bei jeder Gelegenheit, mit einer Freundin als Verstärkung im Hintergrund, aufzulauern, zu beschimpfen und anzugreifen. Das schikanierte Mädchen reagiert erst hilflos auf die ihr unverständlichen Attacken und verschweigt diese vor ihren Eltern. Schließlich aber vertraut sie sich doch ihrem Vater an und beschließt mit dessen Ratschlägen im Hinterkopf, auf ihre Peinigerin zuzugehen und diese wie auch alle anderen aus ihrer Klasse zum Geburtstag einzuladen. Silja bleibt dem Fest jedoch nicht nur fern, sie hat auch (erfolglos) zu einer Gegenparty eingeladen; selbst mit einem weiteren Vermittlungsversuch Mathildas scheint der Hass ihrer Schulkameradin nur noch größer zu werden.

Der kurze isländische Spielfilm von Bragi Thor Hinriksson nähert sich dem Thema Mobbing unter Kindern mit einem auf junge Zuschauer zugeschnittenen Tempo und Plot sehr einfühlsam an. Die tiefen psychischen Wunden, zu denen systematische Schikanen bei unsicheren Kindern führen können, arbeitet der Film klar und sensibel heraus und sucht auch Gründe aufzuzeigen, wodurch das aggressive Verhalten von Mobbern hervorgerufen wird. Die Dialoge sind dabei mitunter lehrhaft geraten und der Optimismus der Auflösung zielt erkennbar auf Vorbildcharakter. Der große Ernst von Drehbuch und Inszenierung machen „Mathildas Weg“ trotzdem zum vielschichtigen Jugendfilm, der sich eindringlich für konstruktive und gewaltfreie Konfliktlösungen starkmacht. – Sehenswert ab 10.

Foto: NDR/RÚV

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