Karla (mdr)

10.12., 23.10-01.15, mdr

Diskussion

Karla Blum (Jutta Hoffmann), eine engagierte junge Lehrerin, versucht an einem mittelständischen Gymnasium ihre Schüler zu selbständigem Denken anzuhalten, indem sie die Lehrinhalte hinterfragt. Nach einer Stunde über Theodor Fontane, der nach offizieller Version der DDR als „linker Flügelmann“ zu gelten hat, gerät sie in Konflikt mit dem dogmatischen Direktor (Hans Hardt-Hardtloff), einem „alten Kämpfer“. Die als psychologisches Kammerspiel inszenierte Studie von Herrmann Zschoche ist nach „Spur der Steine“ das berühmteste Opfer der DDR-Kulturpolitik, die in den 1960er-Jahren rigoros gegen nicht systemkonforme Kunst vorging und im Entstehungsjahr von „Karla“ nicht nur diesen Film, sondern einen halben Kino-Jahrgang verbot. Die Geschichte über junge Menschen, die nach Wahrheit ringen und sich wünschen, diese Wahrheit auch sagen und leben zu können, brachte die Zensoren zu dem Urteil, dass der Film zwar gut gemeint sei, aber „objektiv“ schade. – Sehenswert ab 14.

Foto: mdr/Progress/Eberhard Daßdorf

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