Ein großer Aufbruch (3sat)

12.12., 22.25-23.55, 3sat

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Ein patriarchales Familienoberhaupt (Matthias Habich) will einer todbringenden Krankheit zuvorkommen und das Ende selbst in die Hand nehmen. Zuvor aber gilt es Abschied zu nehmen von seinen Liebsten, die er bei Pastete, Wild und schwerem Wein um sich schart. Doch die Runde mit seinen beiden Töchtern (Ina Weisse, Katharian Lorenz) und seinem besten Freund (Edgar Selge) nebst Gattin (Ulrike Kriener) wird durch einen Überraschungsgast aus ihrer melancholischen Stimmung gerissen: Die Ex-Frau und Mutter (Hannelore Elsner) verwandelt den Abschied in eine Abrechnung.

Alte Verletzungen brechen auf, gut gehütete Geheimnisse drängen ans Licht, Lebenslügen werden zurechtgerückt. Mal scheint blanker Hass zu dominieren, mal mischen sich Ironie und Sarkasmus in die schwer erträgliche Situation. Doch irgendwann ist der Furor verbraucht und die Anwesenden erschöpft. Am Ende rätseln nicht nur die Gäste, sondern auch der Gastgeber über das Resultat des Scherbenhaufens. Ein wort- wie pointenreiches, ebenso bissiges wie tiefgründiges (Fernseh-)Kammerspiel, das dank des brillanten Darsteller-Ensembles nicht in eine Posse abrutscht, sondern den existenziellen Hintergrund stets sichtbar hält. – Ab 16.

Foto: ZDF/Walter Wehner

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