Retrospektive: Leo McCarey

Das Berliner Kino Arsenal zeigt Werke des großen US-Komödie-Pioniers

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Eigentlich wollte Leo McCarey (1896-1969) Rechtsanwalt werden. Dass es ihn dann doch nach Hollywood und auf den Regiestuhl verschlug, ist eine Fügung, der die Filmgeschichte viele wunderbare Werke verdankt – etwa einige der besten Komödien mit Stan Laurel und Oliver Hardy. McCarey, der in dem Filmproduktionsstudio von Hal Roach zunächst als Gagschreiber angefangen hatte, bevor er selbst inszenieren durfte, war für fast alle Kurzfilme des legendären Duos zwischen 1927 und 1930 zuständig und baute sie damit zu Stars auf.

Auch nach seinem Ausscheiden aus der Hal-Roach-Filmschmiede blieb McCarey ein Fachmann fürs komische Genre, das er in den 1930er-Jahren in abendfüllenden Spielfilmen weiter mitprägte. Die Screwball-Komödie „Die schreckliche Wahrheit („The Awful Truth“, 1937) mit Cary Grant und Irene Dunn brachte ihm schließlich seinen ersten „Oscar“ für die beste Regie ein. 1945 bekam er die Trophäe noch einmal für den Musikfilm „Der Weg zum Glück“ mit Bing Crosby, der im selben Jahr auch als bester Film geehrt wurde.

Sein Oeuvre, dem 2018 die Retrospektive des Filmfestivals von Locarno gewidmet war, beschränkte sich nicht nur auf Komödien, sondern bewegte sich zwischen „Sentimentalität und Humor, Drama und Komödie“, wie Michael Ranze in seinem Porträt von Leo McCarey schrieb. Nachdem seine Filme im Sommer im Tessin wiederzuentdecken waren, ist eine Auswahl von McCareys Filmen jetzt auch im Kino Arsenal in Berlin zu sehen.

Das Programm findet sich auf www.arsenal-berlin.de


Foto: aus „Big Business“, 1929. © Filmmusem Berlin - Stiftung deutsche Kinemathek

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