Alfred Hitchcock (arte)

20.12., 20.15-00.45, arte

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Spannungsvollen Dramen, die sich in Zügen entwickeln oder auch dort kulminieren können, wusste der britische „Suspense“-Meister in seiner Karriere immer wieder umzusetzen. Von einer frühen Zug/Auto-Verfolgungsjagd in „Nummer siebzehn“ (1932) bis zu den humorvoll aufgelockerten Zugsequenzen in „Der unsichtbare Dritte“ (1959) verlegte Alfred Hitchcock regelmäßig entscheidende Szenen auf die Gleise.

Zwei dieser Werke zeigt arte an diesem Hitchcock gewidmeten Fernsehabend. „Der Fremde im Zug“ (20.15-21.50) nimmt seinen Ausgang in einer zufälligen Begegnung zweier Männer auf einer Bahnfahrt, an deren Ende der eine von ihnen überzeugt ist, dass sie einen gemeinsamen „todsicheren“ Mordplan ausgeheckt haben, und sich sogleich an die Umsetzung macht. „Eine Dame verschwindet“ (21.50-23.25) spielt den größten Teil seiner Laufzeit in einem Zug, der durch einen (namenlosen) mitteleuropäischen Staat fährt. Eine junge Engländerin (Margaret Lockwood) tritt die Reise mit einer reizenden alten Dame (May Whitty) an, die plötzlich allerdings wie vom Erdboden verschluckt ist – und deren Existenz von den anderen Fahrgästen rundweg geleugnet wird. Hitchcock spitzt die Ereignisse dabei mit viel Humor zu einer spannenden Spionagekomödie zu, die am Ende mit einem vollendeten „MacGuffin“ aufwartet.

Zur Abrundung der Spielfilme läuft zudem noch der Dokumentarfilm „Hitchcock/Truffaut“ (23.25-00.45), für den sich der Historiker und Filmexperte Kent Jones das vielleicht berühmteste Werkstattgespräch überhaupt zum Ausgangspunkt nahm: Jene rund 50 Stunden, die François Truffaut Anfang der 1960er-Jahre seinen britischen Kollegen befragte, woraus das Buch „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ entstand. Jones rekonstruiert die Tonbandaufnahmen und verbindet dies in seinem reizvollen Essay mit aktuellen Bewertungen, u.a. von Wes Anderson, Olivier Assayas, Arnaud Desplechin, David Fincher oder Martin Scorsese. – Sehenswert ab 16.

Foto aus „Eine Dame verschwindet“: ITV Studios

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