31. Europäischer Filmpreis 2018

Samstag, 15.12.2018

„Cold War – Breitengrad der Liebe“ von Pawel Pawlikowski ist der große Sieger der Europäischen Filmpreise 2018

Diskussion

„Cold War – Breitengrad der Liebe“ von Pawel Pawlikowski ist der große Sieger der Europäischen Filmpreise 2018. Das in bestechendem Schwarz-weiß gefilmte Liebesdrama aus der Zeit des Kalten Krieges wurde insgesamt fünf Mal in den Kategorien als Bester Film, Regie, Drehbuch, Hauptdarstellerin und Schnitt ausgezeichnet.


Man konnte die Kraft und die Vielfalt Europas bei der Gala im monumentalen Teatro de la Maestranza in Sevilla mit Händen greifen, und das nicht nur, weil keine einzige Rede und keine Danksagung ohne Anspielung auf die angespannten Zeitläufte im krisengeschüttelten Kontinent auskam.

Die kurzweilige Show präsentiert das kunterbunte Ensemble der europäischen Sprachen, Stile, Kulturen und Traditionen anregend, witzig und unterhaltsam, oder, um es mit den ehrlichen Wort der spanischen Schauspielerin Carmen Maura zu sagen, die für ihr Lebenswerk geehrt wurde: als sympathisch-wärmendes „Chaos“, in dem die Filmschaffenden sich ihrer Aufgabe als Kommunikatoren mit Herz und Verstand stellen.

Über die Preisentscheidungen der mehr als 3.500 Mitglieder der Europäischen Filmakademie (EFA) ließe sich in den Details unschwer diskutieren, insbesondere über den Preissegen für „Cold War“, der selbst den Regisseur Pawel Pawlikowski verlegen machte; das Länder, Zeiten, und verfeindete Hemisphären übergreifende Melodrama einer großen Liebe, in dem auch die Kunst zum Spielball der Mächte zu werden droht, bot sich als Fokus politischer Aufmerksamkeit wohl von selbst an.

Auch wenn man es vielleicht bedauert, dass Alice Rohrwachers magisch-poetische Ode „Glücklich wie Lazzaro“am Ende ganz ohne Preis bliebt, spiegeln die Auszeichnung in ihrer Breite doch recht eindringlich die Kreativität und den Einfallsreichtum des europäischen Filmschaffens wider, das in seiner Vielsprachig- und -gestaltigkeit einen enormen Reichtum präsentiert.


Die Preise der Europäischen Filmakademie 2018:


Bester europäischer Film:  „Cold War“ von Pawel Pawlikowski

Beste europäische Komödie:  „The Death of Stalinvon Armando Iannucci

Beste Regie:  Pawel Pawlikowski für „Cold War“

Bester Darsteller:   Marcello Fonte in „Dogman“

Beste Darstellerin:  Joanna Kulig in Cold War

Beste Drehbuch:   Pawel Pawlikowski für „Cold War“

Bester Erstlingsfilms:   „Girl“ von Lukas Dhont

Bester Dokumentarfilm:  "Bergman - A Year in A Life" von Jane Magnusson

Bester Animationsfilm:  „Another Day of Life“ von Raul de la Fuente, Damian Nenow

Bester Kurzfilm:  "The Years" von Sara Fgaier

Publikumspreis:  Call Me by Your Name“ von Luca Guadagnino

Beste europäische Leistung im Weltkino:   Ralph Fiennes

Preis für ein Lebenswerk:   Carmen Maura

Ehrenpreis:   Costa Gavras

Ehrenpreis für Costa-Gavras
Ehrenpreis für Costa-Gavras


Die Jurypreise wurden bereits am 15. November bekanntgegeben. Über die technischen Kategorien entschieden der Kameramann Luca Bigazzi, die Cutterin Dasha Danilova, der Visual-Effect-Supervisior Dadi Einarsson, der Sounddesginer Mattias Eklund, der Hair- und Make-up-Stylist Marcelle Genovese, die Kostümdesignerin Malina Ionescu, die Szenenbildnerin Monica Rottmeyerund der Komponist Christopher Slaski. Sie vergaben die Preise an:


Beste Kamera:   Martin Otterbeck für „Utoya 22. Juli“

Bester Schnitt:   Jaroslaw Kaminiski für „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“

Bestes Szenenbild:   Andrey Ponkratov für „Leto“

Bestes Kostümbild:   Massimo Cantini Parrini für „Dogman“

Bestes Maskenbild:   Dalia Colli, Lorenzo Tamburini, Daniela Tartari für „Dogman“

Beste Filmmusik:   Christoph M. Kaiser, Julian Maas für „3 Tage in Quiberon“

Bester Ton:   André Bendocchi-Alves, Martin Steyer für „Der Hauptmann“

Visual Effects Supervisior:   Peter Hjorth für „Border”

"Border" von Ali Abbasi
"Border" von Ali Abbasi

Weitere Informationen finden sich auf der Website der Europäischen Filmakademie.


Fotos: EFA

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