Ein Abend mit Eric Rohmer (arte)

21.1., 20.15-23.40, arte

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Besser kann man dem trüben, schneereichen Januar nicht entfliehen als diesem Double Feature aus Eric Rohmers wunderbar leichten Sommer- und Strandfilmen: „Sommer“ (20.15-22.05) war 1996 der dritte Teil im „Jahreszeiten“-Zyklus und gehört zu Rohmers sensibelsten Werken. Der junge Gaspar (Melvil Poupaud) begegnet darin während der Sommerferien drei Frauen in seinem Alter, doch durch seine Unsicherheit bleiben die Bindungen zwischen Freundschaft und Liebe flüchtig. Mit ausgezeichneten Darstellern entwickelt Rohmer die Widersprüche zwischen Gefühl, Wort und Tat. In fast dokumentarischem Stil und mit ökonomischsten Mitteln gelingen sensible Beobachtungen von sommerlicher Leichtigkeit.

„Sommer“ war für die begabte Amanda Langlet der zweite Film mit Rohmer, nachdem sie 1982 als 15-Jährige bereits in der Titelrolle von „Pauline am Strand“ (22.05-23.40) brilliert hatte. Pauline reist mit ihrer schönen älteren Kusine Marion (Arielle Dombasle) in einen Ferienort, wo sich mit männlichen Urlaubsbekanntschaften von unterschiedlichem Alter und Charakter diverse „Wahlverwandtschaften“ und skurrile Debatten über Liebe, Treue, Lust und Leidenschaft ergeben. Ein federleicht scheinendes, aber präzise und scharfsinnig inszeniertes Spiel um Rollenmuster, trügerische Verhaltensweisen und den alltäglichen Widerspruch zwischen Reden und Handeln - trotz seines Dialogreichtums spannend und erheiternd. – Ab 14.

Foto aus „Sommer“: arte

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