Hurensohn (3sat)

20.2., 22.25-23.50, 3sat

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Ein Jugendlicher gibt an, seine Mutter getötet zu haben, weil sie eine Prostituierte war. In der Rückschau wird das Leben des heranwachsenden Knaben seit seiner frühen Kindheit nachgezeichnet: die Versuche der Mutter, sich ihm gegenüber als Kellnerin auszugeben, sein Wille, dies zu glauben, und das verzweifelte Verlangen nach mütterlicher Zuwendung, das bisweilen einen ödipalen Charakter annimmt. Der von Michael Sturminger inszenierte Film bewegt sich psychologisch wie inszenatorisch auf einem schmalen Grat zwischen Gesellschaftsstudie und Karikatur, was „Hurensohn“ trotz des deprimierenden Themas erhebend und erhellend macht. Sturminger scheut sich auch nicht, die Themen Jugoslawienkrieg und Migration einzubringen, aber eben so, wie diejenigen davon sprechen, die das Leid selbst erlebt haben. Es bleibt bei Andeutungen; am liebsten wird das Erlebte verschwiegen. Das unterscheidet den Film von den vielen gut gemeinten Versuchen, traumatisierende Themen ins Kino zu bringen. – Ab 16.

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