Landschaften des Krieges

Donnerstag, 29.03.2018

Zur Film-Trilogie des georgischen Filmemachers George Ovashvili

Diskussion

Mit „Vor dem Frühling“ (Kinostart: 29. März) setzt der georgische Filmemacher George Ovashvili zu einem Nachdenken über das Machtvakuum an, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu einem Bürgerkrieg, ethnischer Gewalt und dem Tod des ersten demokratisch gewählten Präsidenten führte. Ebenso wie in seinen Vorgängern „Das andere Ufer“ und „Die Maisinsel“ zeigt sich dabei in den Naturinszenierungen die Ambivalenz der postsozialistischen Gesellschaft zwischen kultureller Restauration und dem Wiedererstarken eines nationalistischen Mythos.


Eine Männerhorde hat sich in der schneebedeckten Landschaft der kaukasischen Berge unter einem alten Baum aufgereiht, der aus dem kahlen Wald hervorsticht. Seine massive Krone weckt Assoziationen an Genealogien und Stammbäume, die tröstliche Stärke eines Vaterlands, doch die Leere der Äste lässt offen, ob überhaupt noch Leben in ihm steckt und ein Frühling auf ihn wartet. Die Titeleinblendung des nächsten Bildes verweist dann auch auf das Sterben, bezeichnet der Originaltitel des Films, „Khibula“, doch den Ort, an dem der georgische Präsident Zviad Gamsachurdia unter ungeklärten Umständen ums Leben kam.



Im weiteren Verlauf von „Vor dem Frühling“, mit dem der georgische Filmemacher George Ovashvili eine Filmtrilogie über seine Heimat abschließt, bleiben die Aufnahmen von Natur und Umgebung für

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