Berlinale 2019: Lucas Barwenczik über "Heimat ist ein Raum aus Zeit"

Montag, 18.02.2019

Eine Annäherung an ein großes Werk, in dem der Dokumentarist Thomas Heise die Geschichte seiner Familie mit der des 20. Jahrhunderts verknüpft

Diskussion

Als „eindrücklichen, klarsichtigen und wahrhaftig großen Film“ würdigte die Caligari-Jury das 218-Minuten-Werk von Thomas Heise, in dem der Dokumentarist den vielfältigen Spuren seiner Familie im 20. Jahrhundert nachspürt. Der Filmkritiker Lucas Barwenczik war Mitglieder der Jury. In dem Text geht er der eigenwilligen Kombination von leeren Landschaftsbildern und den Dokumenten bedrängten Lebens nach.


Unsicher schreiten die Menschen durch die Zeit. Sie ist ein unwegsames Gelände, zerklüftet und aufgeworfen, von Wald und Schnee bedeckt. „Der Entwurf zu einem Lebenslauf bricht hier ab“, heißt es mehr als einmal in Thomas Heises monumentalem Familienporträt „Heimat ist ein Raum aus Zeit“. Die Pfade durch das 20. Jahrhundert sind nicht vorgegeben, sondern werden gesucht, entlang von Schneisen der Verwüstung und Fluchtlinien. Einige verlieren sich; an Weggabelungen und Kreuzungen kommen alle.



Der Regisseur lässt Dokumente aus drei Generationen und mehr als einem Jahrhundert west- und ostdeutscher (Familien-)Geschichte ein Mosaik formen. Briefe, Tagebucheinträge und Fotografien erzählen von Wien, Berlin, Mainz und Zerbst, von zwei deutschen Diktaturen, von Krieg und Frieden, Privatem wie Politischem. Aufsätze, Tagebücher und Sc

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