Mama Colonel (arte)

Donnerstag, 07.03.2019

20.3., 21.55-23.10, arte (ERSTAUSSTRAHLUNG)

Diskussion

Colonelle Honorine Munyole ist eine bewundernswerte Frau, die sich seit Jahrzehnten in der Demokratischen Republik Kongo (dem früheren Zaire) der Aufgabe widmet, missbrauchten und misshandelten Frauen und Kindern zu helfen. Der Dokumentarfilm „Mama Colonel“ von Dieudo Hamadi setzt an einem Zeitpunkt ein, als Honorine Munyole nach 15 Jahren in die Metropole Kisangani versetzt wird. Als Polizeichefin setzt sie dort mit großer Nachhaltigkeit ihre Arbeit vor, wobei sich zwei ortsspezifische Herausforderungen herauskristallisieren: Zum einen gilt es, Kindern zu helfen, die wegen angeblicher Zauberkräfte von ihren Eltern hart bestraft werden, zum anderen sieht sich Munyole mit den Folgen des Kriegs von 2000 zwischen der ugandischen und der ruandischen Armee konfrontiert. Neben den Leidtragenden von sexuellen Übergriffen in dieser Zeit gehören auch mittellose Witwen der männlichen Kriegsopfer zu ihren Klientinnen.

Das im „Cinéma Vérité“-Stil gedrehte, packende Doku-Porträt verdeutlicht die traumatischen Folgen von Gewalt, zeigt mittels seiner Hauptfigur aber auch, wie heilsame Kräfte den Überlebenden wieder Hoffnung geben können. Vor dem Mut und der Standhaftigkeit von „Maman Colonelle“ können der Aberglauben und die argumentativ kläglichen Rechtfertigungsversuche der Täter nicht bestehen; dass Honorine Munyole so viele konkrete Erfolge im Kampf gegen Verbrechen und Gleichgültigkeit verbuchen kann, macht sie zudem zu einer Stimme der Vernunft und Aufklärung mit immensem Vorbildcharakter. „Mama Colonel“ gewann 2017 bei der „Berlinale“ den Preis der Ökumenischen Jury in der „Forum“-Sektion. – Sehenswert ab 16.


Foto: Cnédoc films/Mutotu Prod.

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