„Wir haben Brecht“ (arte)

Donnerstag, 07.03.2019

22.3., 20.15-00.10, arte

Diskussion

In den 1980er-Jahren wurde Heinrich Breloer zum maßgeblichen deutschen Vertreter des Doku-Dramas, der sich unter anderem Herbert Wehner, dem RAF-Terrorismus, Albert Speer und der Familie Mann in vielfach ausgezeichneten Arbeiten widmete. 15 Jahre nach „Speer und er“ hat der 77-jährige Breloer sich nun noch mal dem Genre zugewandt, das ihn bekannt gemacht hat: In einem zweiteiligen Film setzt er sich über drei Stunden mit dem Leben und Werk von Bertolt Brecht auseinander. In den Interviews kommen Mitarbeiter und Wegbegleiter Brechts zu Wort, darunter auch seine erste Freundin Paula Banholzer (1901-1989), mit der Breloer bereits Ende der 1970er-Jahre Gespräche führte. In den Spielszenen schlägt der Film einen Bogen vom jungen Brecht (Tom Schilling), der seine ersten Schritte als Dichter und Dramatiker macht, hin zum gealterten Intellektuellen (Burghart Klaußner), der ein gespaltenes Verhältnis zur Politik der DDR pflegt.

Ergänzt wird das epische Werk, in dem auch Brechts Liebesleben breiten Raum einnehmen, durch die ebenfalls von Breloer inszenierte Dokumentation „Brecht und das Berliner Ensemble“ (23.20-00.10), in der speziell die Theorie des epischen Theaters und deren Versuch einer Umsetzung in Berlin zwischen 1948 und 1956 unter die Lupe genommen werden. Auch hier kommen Mitarbeiter von Brecht zu Wort, darunter die Schauspielerin Regine Lutz und die Regie-Assistenten B. K. Tragelehn, Peter Voigt, Charly Weber und Uta Birnbaum. – Ab 16.


Foto aus „Brecht“: WDR/Stefan Falke

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