Jean-Luc Godard: Von „Außer Atem“ bis „Bildbuch“ (arte)

Freitag, 12.04.2019

24.4., 20.15-21.40 & 23.15-00.40, arte (ERSTAUSSTRAHLUNG)

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Zwischen dem ersten und dem bislang letzten Film von Jean-Luc Godard liegen annähernd 60 Jahre, in deren Zwischenzeit der schweizerisch-französische Regisseur sich eine einzigartige Stellung in der Filmwelt erschaffen hat. Arte zeigt heute zunächst Godards Spielfilmdebüt „Außer Atem“ (20.15-21.40), mit dem der knapp 30-Jährige 1959 der Nouvelle Vague ihren stilistischen Wegbereiter bescherte. Das an amerikanischen Vorbildern orientierte Gangsterdrama mit Jean-Paul Belmondo irritierte zeitgenössische Zuschauer mit seinen Brüchen in Handlung und Bildsprache, die sich bald jedoch als Markenzeichen von Godards Arbeit erweisen sollten.

Beleg für Kontinuitäten in seinem Schaffen ist auch der Filmessay „Bildbuch“ (23.15-00.40), der nach seiner kurzen Kinoauswertung im April nun seine Fernsehpremiere erlebt. Godard reflektiert darin mit den avanciertesten filmischen Mitteln assoziativ über die Menschheit und das Kino, den Zustand der Welt und seine lebenslange Beschäftigung mit Bildern. Das digital verfremdete Material aus der Filmgeschichte, von Youtube oder simplen Handyaufnahmen wird mit Fragmenten aus Literatur, Film und Kunst zu einem mäandernden Bewusstseinsstrom verschmolzen, der zu vielfältigsten Überlegungen Anlass gibt und auch durch seine stereophonische Gestaltung formal begeistert. – Sehenswert ab 16.


Foto aus „Bildbuch“: Casa Azul Films/Ecran Noir Productions

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