Die Taschendiebin

Dienstag, 07.05.2019

Facettenreiches Vexierspiel um Liebe, Geld und Treue.

Diskussion

In dem unter japanischer Besatzung leidenden Korea wird In den 1930er-Jahren eine jungen Taschendiebin von ihrem Mentor gedrängt, in den Dienst einer reichen Japanerin zu treten, weil dies einen Weg eröffnen würde, um an deren Vermögen zu gelangen. Allerdings ist auch der Onkel der reichen Japanerin hinter deren Geld her. Was beide Männer nicht bedacht haben, ist der Umstand, dass zwischen den beiden Frauen eine erotische Spannung aufflackert.

Das in drei Kapiteln virtuos entfaltete Liebesspiel stammt von dem südkoreanischen Regisseur Park Chan-Wook, dessen barock anmutende Filmkunst in der Regel mit außergewöhnlichen Wendungen aufwarten, was auch bei der „Taschendiebin“ der Fall ist. „Ein Märchen im Gewand eines Thriller“, das voller sinnlicher Gewissheiten mit Bildern argumentiert und seine Klugheit in erlesenen Arrangements entfaltet, während psychologischer Triftigkeit oder intellektueller Analyse eher im Hintergrund bleiben.

Auch für „Die Taschendiebin“ gilt, was Lukas Foerster in seinem Porträt des Filmemachers notierte: „Nicht nur der Zufall, sondern auch dessen Gegenteil, die exakte, kalkulierte Planung ist für Parks Kino von zentraler Bedeutung. Beides setzt jeder seiner Filme in ein Spannungsverhältnis, das mal eher in die eine, mal eher in die andere Richtung aufgelöst wird.“ Ein kluger, facettenreicher Film voller Eleganz und Tempo, geprägt von intensiver Musik und großer Inszenierungskunst.

Hier geht es zum Film in der Arte Mediathek


Foto: The Joker Films

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