Rocker

Dienstag, 07.05.2019

"Rocker"-Fernsehfilm aus dem Jahr 1971, ungeschönt und authentisch

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In der Reihe „Deutsch-Deutsches Kino. 40 Jahre Filme in Ost und West“ zeigt 3sat heute den 1971 entstandenen Kiez-Film „Rocker“ von Klaus Lemke, der den Alltag einer Hamburger Motorrad-Clique als Saufen, Sex, Randale und Gelegenheitskriminalität auf die Leinwand bringt.

Im Zentrum steht der 15-jährige Mark. Nach dem gewaltsamen Tod seines kriminellen Bruders Ulli (Paul Lys) wird der Teenager aus seinem kleinbürgerlichen Leben als Supermarkt-Lehrling herausgerissen. Zufällig lernt er den alternden Biker-Boss Gerd kennen, der ihn unter seine Fittiche nimmt. Mit Gerds Gang zieht Mark fortan durch Hamburg, wird in krumme Geschäfte und Auseinandersetzungen verwickelt, bekommt aber auch die aggressive Feindschaft der bürgerlichen Gesellschaft gegen die Rocker-Szene zu spüren.

Lemke nähert sich dem Rocker-Phänomen unvoreingenommen, wenn auch nicht unkritisch. Um der Milieustudie größtmögliche Authentizität zu verleihen, spielen außer in einer kleinen Nebenrolle keine professionellen Schauspieler, sondern nur Laiendarsteller mit.

Der Fernsehfilm schrieb durch seinen rüden Jargon und die ungeschönte Beschreibung der Örtlichkeiten Fernsehgeschichte. Die geradezu entfesselte Kamera setzte im Fernsehfilms neue Maßstäbe.

Hier geht es zum Film in der 3sat Mediathek (Film ist ab 22.00-6.00 abrufbar)


Weitere Filme in der Reihe „Deutsch-Deutsches Kino. 40 Jahre Filme in Ost und West“:

15.5., 22.30-00.00: Angst essen Seele auf

16.5., 22.25-00.10: Geschlossene Gesellschaft

17.5., 22.25-00.15: Messer im Kopf

19.5., 16.45-18.30: Die Legende von Paul und Paula

21.5., 22.25-00.10: Die Architekten

22.5., 22.25-00.00: Männer

23.5., 22.25-00.10: Theo gegen den Rest der Welt

24.5., 22.25-00.15: Die Katze


Foto: 3sat

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