Geschlossene Gesellschaft (3sat)

Dienstag, 07.05.2019

16.5., 22.25-00.10, 3sat

Diskussion

In der Reihe „Deutsch-Deutsches Kino“ führt das kammerspielartige Drama „Geschlossenen Gesellschaft“ (1978) von Frank Beyer mustergültig vor Augen, wie sich eine glänzende Analyse des DDR-Alltags mit einer subtilen Gesellschaftskritik verbindet, weshalb der Film im Nachtprogramm des DDR-Fernsehens versteckt und nach seiner Erstausstrahlung postwenden verboten wurde.

Ein Ehepaar (Armin Mueller-Stahl, Jutta Hoffmann) verbringt unerwartet einige Tage allein in einem abgelegenen Bauernhaus, weil zwei andere Paare, mit denen der Urlaub abgesprochen war, kurzfristig verhindert sind.So unerwartet sich selbst überlassen, brechen bald verdrängte Konflikte auf. Vorwürfe, Geständnisse, Anklagen und Selbstbezichtigungen stehen offen im Raum. Schmerzlich kommt den Eheleute zu Kenntnis, dass sie für ihr Glück allein verantwortlich sind.Kammerspielartig beschreibt der Film eine private Krise, die zugleich eine gesellschaftliche ist. Er kommt ohne billige Lösungen, Frohsinn und Fortschrittsoptimismus aus. Dafür gelangen die Protagonisten zur Erkenntnis, dass man Probleme nicht löst, indem man sie verdrängt oder verschweigt.


Foto: 3sat

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