Neue Sektion: Berlinale Encounters

Mittwoch, 08.05.2019

Die Berlinale wartet ab 2020 mit einer neuen Wettbewerbssektion auf

Diskussion

Die Einführung einer neuen Wettbewerbssektion mit dem Titel „Berlinale Encounters“ ist die erste Innovation, mit der das neue Leitungsteam, der künstlerische Direktor Carlo Chatrian und die Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek, dem Festival ihren Stempel aufdrücken wollen.

Neben dem traditionellen Wettbewerb und den „Berlinale Shorts“ sollen die neu geschaffenen „Berlinale Encounters“ eine Plattform sein, „um ästhetisch und formal ungewöhnliche Werke von unabhängigen Filmemacher*innen zu fördern. Ziel ist es, neue Stimmen des Kinos zu unterstützen und den verschiedenen narrativen und dokumentarischen Formen mehr Raum im offiziellen Programm zu geben“. Mit maximal 15 Filmen wird die Sektion relativ schlank gehalten. Eine dreiköpfige Jury soll unter den ausgewählten Werken Preise für den besten Film, die beste Regie und einen Spezialpreis der Jury vergeben.

Wachsen wird das Festival, über dessen stete Expansion in den letzten Jahren immer wieder geklagt wurde, deswegen aber trotzdem nicht: Die von Dieter Kosslick eingeführten Reihen „NATIVe“ und „Kulinarisches Kino“ werden 2020 nicht weitergeführt.

Ob die neue Sektion eine sinnvolle Ergänzung ist, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Fraglich ist insbesondere, wie sich die „Encounters“-Reihe, die einer sich verändernden (Medien-)Welt Rechnung tragen soll, in der „die Grenzen zwischen Spiel- und Dokumentarfilm, Filmessay und Genre weniger starr und durchlässiger gemacht“ wurden, vom Programm des „Internationalen Forum des jungen Films“ und dem „Forum Expanded“ abgrenzen und eigene Akzente setzen kann.

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