Music of the Heart (WDR)

Freitag, 05.07.2019

13.7., 14.30-16.30, WDR

Diskussion

Wes Craven ist als Meister des Horrorkinos bekannt, für Filme wie „Hügel der blutigen Augen“, die „Nightmare on Elm Street“- oder die „Scream“-Reihe. Trotzdem verließ er die blutigen Pfade der Slasher- Stoffe, um 1999 einer Lehrerin namens Roberta Guaspari ein filmisches Denkmal zu setzen, einer engagierten Pädagogin, die in den 1980er-Jahren daran ging, in New Yorks „schwarzem“ Bezirk East Harlem Musik zu unterrichten und Kinder für klassische Musik zu begeistern. Die Geschichte der Frau, die mit 50 Geigen als „Startkapital“ ihr „East Harlem Violin Program“ auf die Beine stellt und, als dessen Förder-Aus droht, wie eine Löwin für dessen Erhalt mit einer großangelegten Benefizveranstaltung in der Carnegie Hall zu Felde zieht, rollt Wes Craven zwar mehr als einigermaßen sentimentales Gefühlskino denn als realitätsnahes Porträt auf, kann aber mit einer Hauptdarstellerin punkten, die dafür sorgt, dass man als Zuschauer unweigerlich voll mit der Figur mitgeht: Meryl Streep, damals schon zweifache „Oscar“-Preisträgerin, ließ sich trotz hoher Arbeitsbelastung von Wes Craven per Brief dazu überreden, den Part zu übernehmen, für den sie sich extra das Geigespielen aneignen musste. Glück für Craven: als Hauptdarstellerin soll zunächst Madonna vorgesehen gewesen sein, sprang dann aber kurzfristig ab; sie hätte zwar jede Menge Star-Glamour in den Film mitgebracht, aber nie im Leben Streeps darstellerisches Format.

Foto: © WDR/Degeto

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