Zum Tod von Artur Brauner

Montag, 08.07.2019

Der legendäre Filmproduzent starb im Alter von 100 Jahren (1.8.1918-7.7.2019)

Diskussion

Das Motto des französischen Aphoristikers La Rochefoucald, "Die Natur gibt dem Menschen die Fähigkeit - und das Glück bringt sie zur Wirkung", hat der deutsche Filmproduzent Artur Brauner gerne zitiert, wenn er über sich und sein Leben sprach. Seiner Autobiografie gab er den Titel: "Mich gibt's nur einmal".

Am Sonntag, 7. Juli 2019, ist der älteste Sohn eines jüdischen Holzhändlers aus Lodz im Alter von 100 Jahren gestorben. Zu seinen großen Verdiensten um das deutsche Filmschaffen zählt neben seinem unermüdlichen Schaffen insbesondere, dass er zahllreiche Regisseure, Schauspieler und Autoren, die vor der Nazis ins Exil geflohen waren, nach Deutschland zurückholte, unter anderem Robert Siodmak, Fritz Kortner und viele andere.

Der mit vielen Bundesfilmpreisen und "Oscar"-Nominierungen geehrte Brauner hatte schon vor dem Zweiten Weltkrieg Dokumentar- und Kulturfilme gedreht; im hohen Alter wandete er sich vermehrt seinem Generalthema zu, der Vernichtung des europäischen Judentums, und erinnerte in "Babij Jar - Das vergessene Verbrechen" (2003) und "Der letzte Zug" (2006) an das Grauen des Holocaust.

Josef Nagel hat das Leben und Wirken des findigen Selfmademanns, der nie um eine Idee verlegen war, anlässlich eines rund Geburtstags treffend nachgezeichnet: "Hollywood - Made in Berlin-Spandau!".


Foto: Artur Brauner mit Romy Schneider (l.) und Lilli Palmer (r.) bei den Dreharbeiten zu "Mädchen in Uniform" (1958), © CCC Filmkunst

Kommentar verfassen

Kommentieren